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Erfahrungsberichte

Warum entscheiden sich Frauen für Brustimplantate/Prothesen? Die Gründe sind so vielfältig wie ein Farbspektrum. Brustkrebs, Mobbing, angeborene Deformationen & Asymmetrie, sind nur einige der Gründe. Doch das "Warum" ist nicht die Frage, die wir stellen sollten. Entgegen der allgemeinen Meinung gibt es kein zwei-Klassensystem an Implantaten (teuer & billig) für Brustkrebspatientinnen & Schönheitschirurgie. Sie sind identisch & alle Brustimplantate sind medizinisch zugelassene Produkte, so wie jeder Herzschrittmacher, jedes Hüftgelenk oder jeder Stent, und sollten keine Frau krank machen. Wie groß das Ausmaß der Folgen ist, können Sie in einem Teil unserer Erfahrungsberichte lesen, von Betroffenen, die mutig waren, ihren Leidensweg und ihre Geschichten mit uns zu teilen.

Zeichnungen Nina (7).png

Martina

Hallo, mein Name ist Martina Mistler und ich wohne mit meiner Tochter in Berlin.

 

Im Dezember 2017 bekam ich die Diagnose Brustkrebs. Nach vielen Untersuchungen stand fest, dass mir die linke Brust abgenommen werden muss.

Zu meiner großen Angst zu sterben, kam nun noch hinzu, dass ich auf gar keinen Fall mit nur einer Brust leben wollte. So wurde mir in einer Operation die Brust entfernt und ein Implantat eingesetzt.

Niemand hat mich über irgendwelche Risiken, im Bezug auf das Implantat, aufgeklärt. Ich wusste auch nicht, dass das Implantat unter den Brustmuskel kommt.

 

Als ich aus der Narkose erwacht bin, hatte ich die Schmerzen meines Lebens. Im Krankenhaus fing das ganze Drama schon an. Nach einem Tag hatte ich schon eine dicke Entzündung in der Brust. Ich wurde nach fünf Tagen entlassen, mit den Worten in sechs Wochen ist alles wieder gut !

 

Sollte 24/7 einen Kompressions-BH tragen, es ging auch nicht ohne... nicht einmal beim Duschen.

Wenn ich den BH auszog, hatte ich das Gefühl, mir reißt die Brust ab. Dazu kam, dass sich ein Faden nicht auflösen wollte. Ich bin mindestens zweimal in der Woche im Brustzentrum gewesen und wurde immer nach Hause geschickt.

Das wird schon, sagte man mir. Ich muss Geduld haben. Ich habe die ganze Zeit ein Antibiotikum nehmen müssen. Trotzdem wurde es nicht besser. Die Wunde eiterte und zwischendurch musste die Brust punktiert werden. Und trotzdem wurde mir immer wieder gesagt, das ist alles ok ?!

 

Nach fünfzehn Wochen voller Schmerzen ist der Schorf (samt aufgelöstem Faden) abgefallen und man konnte mir auf mein Implantat gucken. Nun hieß es Not-Op!!!

Ich bekam ein kleineres Implantat und diesmal heilte die Narbe auch recht schnell.

Mein Leid war damit nicht zu Ende. Ich hatte ständig Schmerzen in der Brust und konnte die meisten alltäglichen Sachen nicht alleine verrichten. Nach fünf Monaten konnte ich den linken Arm nicht mehr bewegen und musste zwei Jahre zur Physiotherapie. Ich bekam Lymphdrainagen, weil der Arm und die Finger immer angeschwollen waren.

Ich habe alles versucht. Habe mir eine Brustwarze tätowieren lassen und versucht, nicht so viel darüber nachzudenken. Es wurde nicht besser. Die neue Brust und ich wurden kein Team. Die Schmerzen waren irgendwann ok, aber auch nachts gab es keine Ruhe. Beim Umdrehen oder auf der Seite liegen, beim Glas aufmachen, Wäsche aufhängen, Kochen, Haare waschen.....es war immer zu fühlen.

 

Nach zwei Jahren sagte mir mein Arzt, ich sollte mich mit dem Gedanken anfreunden, mich von dieser Brust zu trennen. Zum Glück habe ich auf ihn gehört. Im Mai 2020 habe ich mir aus Eigengewebe eine neue Brust gestalten lassen und das war die beste Entscheidung meines Lebens. Es war eine riesige Operation, über viele Stunden und danach auch nochmal Monate voller Schmerzen, aber es war trotz allem, das Beste was mir passieren konnte.

 

Heute habe ich zwei unterschiedlich große Brüste, aber unendlich viel Lebensqualität. Egal was noch passiert, ein Implantat kommt nie wieder in meinen Körper.

Es ist traurig, dass keine Aufklärung stattfindet. Mir wäre vielleicht Einiges erspart geblieben.

Bitte Mädels, passt auf Eure Brüste auf. Geht zur Vorsorge. Wir sind so viel mehr, als die zwei Möpse. Ob große, kleine, eine oder keine, ist völlig egal. Wir sind schön, genau so, wie wir sind !!!

 

Liebe Grüße, Eure Martina

https://www.instagram.com/martinamistler/

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Katharina

So habe nun endlich mal die Zeit gefunden von meinem Fall zu berichten.

Ich hatte meine Explantation am 5.5. in der Emma Klinik bei Dr. Takas. En bloc nicht ganz möglich.

Zu meinem Krankheitsverlauf. Meine texturierten Implantate (Arion, 335ml) wurden 2011 eingesetzt von Dr. Paulis in Plana Tschechien. Würde an erster Stelle jeden davon abraten ins Ausland zu gehen. Aber ich war damals sehr jung und konnte mir eine OP in Deutschland nicht leisten.

Ab 2014 ging es los, dass ich drastisch an Gewicht zu nahm ca. ich 10-12 kg, was für mich als Leistungssportler eine Katastrophe war.

Ende 2019 fing es an, dass ich eine mehrfache Staphylokokken Infektion hatte, sowie Hautausschläge, neue Allergien etc.

das letzte halbe Jahr kamen Schüttelfrost Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl hinzu.

Direkt nach der Explantation ist der Hautausschlag komplett verschwunden.

Ich hatte eine Explantation plus Bruststraffung sowie Aufbau mit Eigenfett. Ein Implantat war gerissen.

Am nächsten Tag folgte eine Not-OP, da ich zu viel nachgeblutet hatte.

Heute kam eine Entzündung links dazu und muss deshalb erneut Antibiotikum nehmen.

Dennoch verlief alles gut. Ich hatte von Anfang an keine Schmerzen und bin auch sofort zurück in meinen Alltag.

Alle die hier mitlesen, ich wünsche euch eine gute Genesung und ich bin mir sicher, dass wir alle auf einem guten Weg sind

Update 11/2021: Mir geht es super. Alle Symptome sind verschwunden. Meine Heilung war problemlos. Ich habe nach sechs Wochen wieder normal mit dem Profi-Kickboxen angefangen.

https://www.instagram.com/katharinalehner/

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Maxi

Erfahrungsbericht/Einmonatiges

Liebe Frauen zum Einmonatigen (Ex am 04.10.19) hier nun ein Bericht.

Meine Krankheitsgeschichte begann vermutlich vor 8,5 Jahren mit der Einsetzung von Allergan-Implantaten.

 

Ich war damals Anfang 20 und litt sehr unter meinem kleinen Busen (Größe AA). Nach langem Überlegen und Sparen beschloss ich, mir in einer renommierten Klinik in Deutschland Implantate einsetzen zu lassen. Diese wurden mir als „unzerstörbar“, „lebenslang haltbar“ und „völlig ungefährlich“ verkauft.

6 Jahre lang hatte ich tolle Brüste und war - abgesehen von den üblichen Alltagsbeschwerden – gesund.

Vor ungefähr 2,5 Jahren begannen meine Symptome, die viele Frauen hier kennen.

Ich war viel erschöpft, lustlos, oft angespannt und häufig krank. Im Laufe der Zeit wurden die Symptome immer massiver, ich bekam Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Kreislaufprobleme, massive Schwäche, Brain Fog usw....

Ich wurde mehrere Male ins Krankenhaus eingeliefert, lief ambulant von Arzt zu Arzt und war in einigen Spezialkliniken.

Ich nahm verschiedenste Medikamente, probierte verschiedene Ernährungsumstellungen, machte Yoga und Entspannung, eine Psychotherapie usw....

Zwar brachte die etwas Linderung, aber gesund wurde ich dadurch nicht.

Recht schnell nach Beginn der Beschwerden hatte ich meine Implantate intuitiv in Verdacht, wurde jedoch von Ärzten davon abgebracht, da Implantate ja „total sicher“ seien.

Erst als ich im April dieses Jahrs durch Zufall auf diese Gruppe aufmerksam wurde, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. ich leide unter Breast Implant Illness. Endlich fühlte ich mich ernstgenommen. Meine Symptome passten wie die Faust aufs Auge und ich hatte endlich eine Erklärung für meinen Zustand.

Ich begann mich zu informieren, las die Homepage von Birgit und die Facebook-Gruppenseite hoch und runter, googlete BII und schaute mir Videos dazu an.

Als ich in meinem Implantate-Pass las, dass ich Allergan-Implantate trage, die vom Markt genommen worden sind, brach erstmal eine Welt für mich zusammen. Was wenn ich Krebs habe? Was, wenn das Silikon in meinem Körper schwimmt? Was, wenn die Implantate rupturiert sind?

Ich war völlig außer mir und wurde von dieser Gruppe und diesen wunderbaren Frauen hier aufgefangen. Jede Frage wurde mir geduldig und wertschätzend beantwortet, jede Angst und Unsicherheit ernst genommen, jede Wut und Verärgerung durfte sein und jede Trauer wurde getröstet.

Erst dann war ich in der Lage, wieder klar zu denken (also mal abgesehen vom täglichen Brain Fog...).

Ich suchte mir alle möglichen Ärzte, bei denen ich in Behandlung war und informierte sie. Ich druckte seitenweise Info-Material aus und bestand darauf, dass sich die Ärztinnen und Ärzte informierten. Und tatsächlich waren die meisten interessiert und unterstützend. Sie befürworteten meine Entscheidung, die Implantate zu explantieren und schrieben mir Atteste und Empfehlungen.

Auch meine Psychotherapeutin schrieb eine Empfehlung, da sie sah, wie sehr ich litt und wie schlecht es mir ging. Ich habe mir sehr viel Zeit genommen, eine ausführliche Stellungnahme zu schreiben.

Manche Ärzte belächelten mich leider auch und negierten BII. Dennoch war es mir persönlich wichtig, Infos weiterzugeben, da auch Ärzte Menschen sind wie jeder andere und sich auch nicht mir allem auskennen.

Schließlich suchte ich mir zwei Ärzte von der Liste und zwei andere Chirurgen und besprach mit ihnen Möglichkeiten zur Explantation.

Vor 4 Wochen war es dann so weit und Dr..............  explantierte sauber en bloc meine Allergan-Implantate.

Leider gehörte ich nicht zu den Frauen, denen es danach gut ging. Ich vertrug die Narkose schlecht, übergab mich viel, hatte starke Schmerzen. Erst nach 3 Tagen, als die Drainagen gezogen wurden, bemerkte ich die ersten Unterschiede. Ich konnte wieder atmen. Schmerzfrei und weit und tief.

Meine Brust fühlte sich wieder nach mir an. Ein erster wichtiger Schritt. Im Verlauf der 4 Wochen ging es bergauf und bergab. Heilung kann echt anstrengend sein, besonders für Ungeduldige wie mich.

Dennoch nahm ich mir die Zeit, genau zu beobachten, was sich veränderte.

Und hier nur die Liste:

Ich kann inzwischen frei und tief atmen, auch wenn ich manchmal noch Engegefühle habe, ich fühle mich befreiter, mehr wie ich selbst, ruhiger und bin liebevoller mit mir. Der Brain Fog wird von Tag zu Tag etwas besser, auch wenn er mich noch immer sehr nervt. Die Erschöpfung wird weniger und dauert kürzer an. Ich kann auch mal was Histamin haltiges essen, ohne Atemprobleme zu bekommen oder zu denken, ich sterbe. Ich kann mich besser und freier bewegen. Mein Herzrhythmus ist besser. Zudem spüre ich meine Emotionen besser, was ich total schön finde.

Mein Umfeld sagt, dass ich besser aussehe (meistens zumindest) und dass ich klarer wirke. Ich mache wieder mehr Witze, lache mehr und umarme Menschen länger und liebevoller.

Das sind für 4 Wochen schon riesige Fortschritte, wie ich finde. Sicher wird es noch Monate oder Jahre dauern, bis ich wieder einigermaßen fit bin, aber ich bleibe positiv.

Die Explantation war mein erster Schritt zur Heilung.

Jeder Weg ist verschieden und so wünsche ich den neuen Frauen hier viel Geduld, Mut, Durchhaltevermögen und Vertrauen in sich.

Jede hier von uns hat eine etwas andere Geschichte und andere Mittel, die ihr helfen. Dies hier ist mein Weg und vielleicht kann ich damit etwas helfen.

Ansonsten herzlich Willkommen hier und ein riesiges Dankeschön und eine dicke mentale Umarmung an all die wunderbaren Frauen hier, die mich hier begleitet haben

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Miss Eva Lutz

Hallo meine Lieben!

Ich hatte meine Explantation bei Frau Dr. Baican in Frankfurt. 12 Jahre lang hatte ich meine Silikonimplantate drin und besonders in den letzten 3 Jahren ging es mir vermehrt schlechter, mit vielen Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Histamin Problemen, Allergien wie z.B. Sonnenallergie, oft Müdigkeit trotz 10 Stunden Schlaf, Kopfweh, Brainfog, manchmal sehr depressive Stimmung, manchmal vermehrt Haarausfall, Gelenksschmerzen, Adrenal Fatigue und noch Einiges mehr.

 

Ich konnte keinen Sport mehr machen und Gas geben wie vor den Implantaten, da war ich teilweise 6 Tage die Woche im Fitnessstudio.

Jetzt war ich froh, wenn ich den Müll abends noch rausbringen konnte nach der Arbeit.

Mir war das nie wirklich so bewusst, dass das einen Zusammenhang mit den Implantaten geben könnte, bis ich mich in dem Forum angemeldet habe und emsig eure Erfolgsstories mitverfolgt habe.

Da ich sonst richtig gesund lebe, hatte ich die Entscheidung getroffen, dass ich keine Fremdkörper mehr in mir drin haben möchte und schon gar kein Silikon, die mit Schwermetallen meinen Körper belasten.

Meine Implantate hatten eine Größe von 300cc, es war jetzt nicht soo viel, aber auch für meine schlanke Figur eigentlich viel zu groß.

Frau Dr. Baican hat die Implantate samt Kapsel richtig schön fein herausbekommen. Meine Implantate waren nicht beschädigt, keine Ruptur, alles intakt. Sie haben lediglich ein paar tiefe Falten gebildet, aber sonst nichts auffällig. Da ich die Implantate über dem Brustmuskel hatte, haben diese leider meine eigene Haut sehr stark ausgedehnt, sodass ich zwingend eine Straffung machen musste, um ein für mich passendes Ergebnis zu erzielen. Es wurde mir eine Art „innerer Stütz-BH“ geschaffen und meine Brüste wurden deutlich nach oben gestrafft.

Ich war richtig aufgeregt, das Ergebnis zu sehen, da ich ja absolut nicht wusste, wieviel restliches Eigengewebe ich überhaupt noch habe und ob es mir dann auch wirklich gefallen würde. Man macht sich ja sehr viel Gedanken zu dem Thema, ich habe lange gesucht und viel recherchiert, wie ich es immer tue, wenn ich so eine lebensverändernde Entscheidung treffe.

Diese Woche habe ich dann zum Ersten Mal das Ergebnis beim Pflasterwechseln gesehen und ich bin richtig glücklich und happy damit, wie schön die Form geworden ist.

 

Es sieht bei mir Tatsache jetzt besser aus, als es jemals vor der OP gewesen ist und auch besser als mit dem Silikon.

Meine Freunde, die mich bis jetzt schon gesehen haben, sind auch ganz begeistert, wie gut das zu meiner Figur passt.

Von der Symptomatik her kann ich schon jetzt sagen, dass ich mich erleichtert fühle, wie wenn ich einen Sandsack losgeworden wäre, den ich mit mir herumgeschleppt habe. Dieser beklemmende Druck von der Brust, den ich vor allem im Liegen oft hatte, ist jetzt komplett weg und ich bewege meinen Oberkörper ganz anders, obwohl ich noch mitten im Heilungsprozess bin. Viel freier, viel offener. Das ist schon mal sehr gut.

Ich hatte leider den ganzen OP-Tag im Bett mit Brechen verbracht, da ich wie immer sehr schlecht auf die Narkose reagiert habe. Aber das ist bei mir nichts Neues, ist leider wie gesagt immer so. Von den Schmerzen her war es für mich auf jeden Fall viel weniger intensiv als beim Implantieren, da bin ich fast 2 Wochen flach gelegen wie ein Käfer am Rücken. Beim Explantieren habe ich überhaupt GAR KEINE Schmerzmittel genommen, ich bin ohne ausgekommen, was ich toll finde und was auch zeigt, wie schnell der Körper da wieder von alleine heilt und ihm das gut tut.

Ich kann mir selbst die Haare bürsten, selber die Weste anziehen, ich habe keine großartige Hilfe gebraucht.

Frau Dr. Baican hat sich auch richtig gut um mich gekümmert, ist jeden Tag zur Visite gekommen. Ich habe mich von ihr sehr verstanden gefühlt und sie ist die liebste Ärztin, die mir je begegnet ist und ich kenne sehr viele Ärzte durch meine Leidensgeschichte, die ich in den letzten 3 Jahren erlebt habe.

Heute habe ich sogar schon eine Avocado gegessen, was ich jahrelang nicht mehr essen konnte, weil da viel Histamin drin ist und mir ist heute nicht mal schlecht geworden, was für ein Erfolg! Ich bin jetzt sehr positiv, dass sich hoffentlich meine Magen/Darmprobleme vielleicht ja noch etwas bessern mit der Zeit und alle Symptome etwas zurückgehen. Ich werde dem Körper jetzt Zeit lassen zu heilen. Und selbst wenn es so bleibt wie jetzt, bin ich überglücklich, die OP gemacht zu haben. Dieses Gefühl von dem Fremdkörper befreit zu sein, das ist so schön, so frei.

 

Ich kann das gar nicht in Worte fassen. Ich fühle mich teilweise wieder als wäre ich 20 Jahre alt und bereit die Welt zu erobern. Das Gefühl hatte ich echt schon lange nicht mehr!

Ich möchte hiermit den anderen Frauen Mut machen, dass man auch nach einer Explantation und einer Straffung nicht unbedingt schlechter oder entstellt aussieht. Viele trauen sich wahrscheinlich nicht über eine Straffung drüber wegen der Narben. Bei mir ist wirklich der Idealfall eingetreten und ich könnte nicht glücklicher damit sein!

Vielen lieben Dank an euch alle für die lieben Nachrichten und Kommentare, die Gruppe ist wirklich ein toller Anlaufplatz für Betroffene!

Auch noch mal explizit DANKE die Admins für eure täglichen Bemühungen! Ohne die Gruppe hätte ich die Implantate wahrscheinlich heute noch drinnen und würde weiter von Arzt zu Arzt laufen und im Dunkeln tappen…

Ich bin richtig erleichtert darüber, wie alles gelaufen ist und hoffe, dass es den anderen auch schon bald wieder besser geht!

Viele liebe Grüße!

Meine Geschichte mit BII

Update 2021: 2,5 Jahre nach der OP!

Mir geht es von Jahr zu Jahr besser. Ich kann wieder richtig viel Sport machen, ohne Probleme. Viele meiner Beschwerden sind verschwunden und z.B. meine Histaminintoleranz hat sich sehr gebessert.

Ich habe durch die OP meine Lebensqualität wieder zurück bekommen und bin so unendlich dankbar, dass alles so gut funktioniert hat. Vielen herzlichen Dank noch mal an Dr. Baican, an die Gruppe und an Birgit Schäfers für die Hilfe.

https://www.instagram.com/missevalutz/

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Sun Ly

Liebe Breasties,

meine Geschichte mit BII

 

Im Sommer 2005 bekam ich meine Implantate in der Düsseldorf KÖ-Klinik eingesetzt. Unmittelbar eine Woche nach der Implantation ging es bei mir gesundheitlich bergab. Mein Immunsystem brach zusammen und ich bekam 40 Fieber und hatte eine massive Erkältung. Mir ging es 3 Wochen sehr schlecht und ich war bereit zu sterben, so schlimm war es.

 

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass ich eine seltene Blutgerinnungsstörung hatte und viel Blut nach der OP verloren hatte, diese Diagnose kam erst ca. 6 Monate nach der OP.

Mir ging es also ziemlich schlecht und nach 4½ Monaten und dem ersten Krankenhausaufenthalt kam der Verdacht, dass mit meinem Blut etwas nicht stimmt. Gesundheitlich ging es auf und ab.

Als nächstes bekam ich Beschwerden im Hals, eine Art Fremdkörpergefühl und Schluckbeschwerden, es wurde alles untersucht, ohne Ergebnis.

Dann ging es weiter mit massiven Lebensmittelunverträglichkeiten. Es gab Zeiten, da konnte ich fast nichts mehr essen. Seit dieser Zeit hatte ich massive Darmbeschwerden und täglich Durchfälle (fast 14! Jahre lang).

 

Dann ging es knapp ein Jahr nach der Implantation los mit sehr schweren Depressionen. Ich bekam Medikamente und ging in Kur.

In der Kur bekam ich dann Erythema Nodosum, Knochenhautentzündungen der unteren Extremitäten, eine Begleiterscheinung einer schweren Erkrankung, so ging meine Arztodyssee weiter (7 Spezialisten), um den Erythema auf den Grund zu kommen.

Mit den Erythema begannen gleichzeitig Gelenkschmerzen im gesamten Körper, ständige massive Müdigkeit, Fieber mit Ausschlag am gesamten Rumpf.

Diagnose: Zustand nach schwerer Yersiniose (heute weiß ich: das ist Käse!)

Ich bekam auch starken Haarausfall, heftige Rückenschmerzen in HWS, BWS und LWS, war ständig erkältet, hatte massive Probleme mit ständigen Pilzinfektionen und Blasenentzündungen, ständiger extremer Nachtschweiß, war extrem temperaturempfindlich (konnte ab Herbst nur noch in drei Lagen und Skihose vor die Tür), war sehr lichtempfindlich, hatte ständig Herzrasen und Herzstolpern, bekam Gesichtsnervenentzündungen, starken Schwindel, Ohrgeräusche, Raynaud-Syndrom (weiße taube Finger und Zehen), Wassereinlagerungen in der rechten Hand und im Gesicht, wurde sehr vergesslich und bekam immer stärkere Wortfindungs-Störungen (Brain fog), ich bekam Migräne mit starken Sehstörungen, Panikattacken, Darmkoliken etc.

 

Die Liste ist noch so viel länger, ich bin wirklich 14 Jahre durch die Hölle gegangen, hatte oft keinen Lebensmut mehr. Bekam keine greifbare Diagnose, alles wurde immer nur auf meine Psyche geschoben (selbst die Wassereinlagerungen).

Im Dezember 2018 kamen dann eine starke Schwellung und Schmerzen in der rechten Brust dazu.

 

Ich fing wieder an, zu recherchieren. Und stieß auf die Reportage von Birgit und die FB-Gruppe. Ich las von sehr vielen Frauen, über ihre gesundheitlichen Probleme und mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Erst wollte ich es nicht wahrhaben, dass alles nur durch die Implantate kommen könnte, aber es wurde immer offensichtlicher, dass es da einen Zusammenhang geben könnte.

Nach weiteren 6 Ärzten (mit 5x Ultraschall, 1 x Mammographie,

1 x MRT alles ohne Ergebnis) und einer ständig sehr stark schmerzenden und dicker werdenden rechten Brust, wurde von Dr. Busse beim 6. Ultraschall eine Ruptur des rechten Implantats entdeckt.

Ich wurde Anfang Juli 2019 in Rosenheim notoperiert. Natürlich hatte ich die Hoffnung auf Besserung meiner Symptome irgendwie, irgendwann...

und doch behielt ich mehr Zweifel, ob sich nach der OP etwas ändern kann.

Ich habe 14 Jahre meinen Körper systematisch durch die Implantate vergiftet. Aber bereits nach dem Aufwachen aus der Narkose, spürte ich meine Gelenkschmerzen in den Fußgelenken nicht mehr. Ich dachte, dass es Zufall ist, oder durch die vielen Medikamente (Schmerzmittel, Narkosemittel etc.), aber es blieb so!

Ca. 6 Wochen nach meiner OP kam ein kleiner Gelenksschmerzrückfall, der aber nach zwei/drei Wochen wieder Geschichte war.

Mir grauste vor der nasskalten Jahreszeit Herbst/Winter, denn da waren meine Gelenkschmerzen immer besonders schlimm, aber was soll ich sagen, sie sind nicht mehr sonderlich spürbar. Ich vermisse sie auch nicht, kann mein Glück kaum fassen. Ich hoffe, dass es so bleibt, habe deswegen auch extra lange mit meinem Bericht hier gewartet.

Ebenfalls die Wassereinlagerung in der rechten Hand, war sofort nach der OP weg, bis heute.

Weiterhin ist mein Haarausfall Geschichte. Meine Haare wachsen seither auch deutlich kräftiger nach, ebenso Finger- und Fußnägel. Die Krönung ist: ich schnarche auch seit der Explantation nicht mehr, sagt mir mein Mann, der darunter häufig nachts litt. Wie geht das denn? Was hat das denn miteinander zu tun? Ich bin so happy.

Mein Darm wurde besser. Ich bin zwar noch häufig gebläht, aber habe das erste Mal wieder dauerhaft festen Stuhlgang, nach 14 Jahren Durchfall einfach nur grandios. Ich habe keinen Nachtschweiß mehr, schlafe wieder besser und länger am Stück als vor der Ex.

Meine heftigen täglichen Muskelzuckungen sind viel besser geworden, aber leider noch nicht weg. Seit der Ex hatte ich erst einmal und nur kurz diese lästige Gesichtsnervenentzündung. Ich hatte seither auch keine Depressionen mehr gehabt. Ich war schon mal down, aber es fraß mich nicht innerlich auf. Es fühlt sich an, als ob eine innere Leichtigkeit da ist, die ich lange nicht mehr gefühlt habe.

Mein Herzrasen und Herzstolpern ist fast verschwunden, damit hatte ich früher leider auch täglich zu tun.

Ich habe wieder viel mehr Energie, habe wieder Lust etwas zu unternehmen und auszugehen. Was mich besonders erstaunt hat, ich hatte an den heißen Tagen diesen Sommer 2019 mit teilweise 43 Grad !!!keine!!! Kreislaufprobleme. Die letzten Jahre konnte ich an heißen Tagen kaum vor die Tür gehen, ohne fast umzukippen und da war es weniger heiß als dieses Jahr.

 

Das war schon 4 Wochen nach der Explantation so. Das zeigt mir, wie belastet mein Organismus vorher war. Vor der Explantation hatte ich das Gefühl, auf Raten langsam, aber sicher zu sterben. Dieses Gefühl gibt es in meinem Leben nun nicht mehr! Ich weiß nicht, ob es für immer so gut bleiben wird, wie es mir heute geht (5 Monate nach der Explantation). Ich habe manchmal noch leichte Kopfschmerzen. Aber das ist alles kein Vergleich zu vorher und den letzten 14 Jahren Hölle. Ich bin von Herzen dankbar, dass mir diese Gruppe die Augen geöffnet hat. Mein besonderer Dank gilt Birgit Schäfers, Marion und ........  für die Unterstützung vor und nach der OP. Ich werde euch immer in meinem Herzen tragen. Danke für diese Gruppe und all ihre Infos. 

Ein kleiner Erfahrungsbericht meinerseits, über meinen ersten Badeurlaub 2 Jahre nach der Ex.

 

Im Juli/2019 habe ich nach 14 Jahren gesundheitlicher Hölle explantiert und bis heute nicht bereut, da es mir einfach gut geht und es nicht vergleichbar ist zu vor der Ex. Es blieb mir aber „Nichts“.

So nun zu meiner Erfahrung.

Seit vielen Jahren gehen wir in unserem Sommerurlaub auf einen textilfreien! Campingplatz in Kroatien. Mit einem wunderbaren A-B Körbchen war das für mich bisher auch nie ein Problem. Nun aber ohne Brust, war es jedoch eine wirkliche Herausforderung mit Ergebnis offenem Ende für mich. Ich wusste nicht, wie es mir dort damit geht, mit meinem "Nichts". Ich kann meine flache Brust eigentlich gut annehmen und mich auch gut damit mit Textilien zeigen.

Aber textilfrei, schien es mir doch nochmal eine ganz neue Herausforderung darzustellen. Zumindest in meiner vorauseilenden Fantasie.

Meine Erlebnisse in den vielen Jahren auf den FKK-Campingplätzen waren jedoch: Niemand interessiert sich für mich oder mein Aussehen.

Die ersten ein bis zwei Tage hatte ich trotzdem ein Gefühl von Unwohlsein und Scham. Unsere direkte Platznachbarin hatte zudem auch noch ein gefühltes natürliches „Z-Körbchen“. Aber mit jedem Tag ging es mir mit meinem eigenen Aussehen besser. Mein Männlein half mir auch mit aufmunternden Worten, wie: „na stell dir mal vor, du hättest das Problem unserer Nachbarin, dann doch besser so wie es jetzt ist... “ wie Recht er hat....

Ich traf viele alte bekannte Gesichter und alle freuten sich mich so gesund und gut aussehend endlich mal wieder zu sehen. Niemand reagierte merkwürdig oder schwierig auf mein Nichts... warum auch?

Anscheinend sind meine schlechten Befürchtungen den bösen Sprüchen in meiner Jugend geschuldet. Ich wartete nur darauf, dass mich jemand schräg anspricht oder ansieht, heute wüsste ich mich schließlich zu wehren, aber es war nichts. Nicht ein bedauernswerter Blick. Alles war „normal“ und wie immer.

Es tat so gut, diese für mich echt schwere Hürde zu überwinden und noch gestärkter wieder nach Hause zu kommen. Nahtlos braun und noch stolzer auf mich und meinen Körper und das vorhandene mittlerweile wirklich liebgewonnene Nichts.

Die Explantation war unsere beste Entscheidung