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CIRS - Chronic Inflammatory Response Syndrome

  • 11. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

CIRS - Chronic Inflammatory Response Syndrome – Chronisches entzündliches Reaktionssyndrom.


Es beschreibt eine anhaltende Fehlreaktion des Immunsystems, die bei einem Teil der Menschen nach bestimmten Umwelt- oder Giftbelastungen entsteht und nicht mehr von selbst „abschaltet“.



Was passiert bei CIRS?

Normalerweise erkennt das Immunsystem schädliche Stoffe, reagiert kurz und fährt die Entzündung wieder herunter.

Bei CIRS gelingt genau das nicht. Die Entzündung bleibt chronisch aktiv, obwohl der Auslöser vielleicht längst weg ist.


Der Grund:

Bei einem Teil der Menschen (genetische Veranlagung, z. B. bestimmte HLA-Typen) kann der Körper Biotoxine nicht richtig entgiften.


Häufige Auslöser / Trigger sog. Biotoxine, z. B.:

  • Schimmel / Wasserschäden in Gebäuden

  • Bakterielle Toxine (z. B. aus Biofilmen)

  • Cyanobakterien (Algen, belastetes Wasser)

  • Bestimmte Umweltgifte

  • In manchen Fällen auch medizinische Implantate oder Fremdmaterialien als dauerhafte Immunreize



Typische Symptome (Auswahl)

CIRS ist berüchtigt für seine Vielzahl unspezifischer Beschwerden, u. a.:

  • extreme Erschöpfung, Belastungsintoleranz

  • Gehirnnebel, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme

  • Kopf- und Gliederschmerzen

  • Schlafstörungen

  • Hormonelle Dysbalancen

  • Herzklopfen, Atemnot

  • Magen-Darm-Probleme

  • Neurologische Symptome (Kribbeln, Schwindel, Benommenheit)

  • erhöhte Infektanfälligkeit


Viele Betroffene hören jahrelang vom Arzt: „alles unauffällig“ – obwohl sie sich massiv krank fühlen.



Wie wird CIRS diagnostiziert?

Es gibt keinen einzelnen Standardtest.


Die Diagnose erfolgt meist über eine Kombination aus:

  • detaillierter Anamnese (Umwelt, Wohnsituation, Vorerkrankungen)

  • speziellen Laborparametern (z. B. Entzündungs-, Hormon- und Regulationsmarker)

  • Ausschluss anderer Erkrankungen

  • oft Orientierung an Shoemaker-Kriterien (international bekanntes CIRS-Modell)



Behandlung – ganz grob

Die Therapie ist mehrstufig und individuell, z. B.:

  • Exposition beenden

    (z. B. Explantation der Brustimplantate, Schimmelquelle verlassen)

  • Toxine binden und ausleiten

  • Entzündungsreaktion regulieren

  • Hormon- und Nervensystem stabilisieren

  • Das braucht Zeit und Ärzte mit echter Erfahrung im Bereich Umweltmedizin oder andere kompetente Behandler, die erfahren in diesem Bereich sind.



Ganz wichtig:

CIRS ist keine klassische Autoimmunerkrankung, kann aber Autoimmunprozesse triggern oder verschlimmern.


Der Zusammenhang:

  • Dauerhafte Entzündung → Fehlsteuerung des Immunsystems

  • Mastzellen, Zytokine, Komplementsystem laufen heiß

  • Der Körper greift irgendwann eigene Strukturen an


In Bezug auf Brustimplantate (BII):

Implantate = dauerhafter Fremdkörper

Abrieb, Silikonbestandteile, zurückgelassene Kapseln, Biofilm → permanenter Immunreiz


Bei entsprechender Veranlagung kann das:

CIRS auslösen oder ein bestehendes CIRS massiv verschärfen.

Viele Betroffene haben daher:


CIRS und Autoimmunerkrankungen und/oder Mastzellaktivierung (MCAS)

Nicht „entweder oder“, sondern Überlagerungen.


Warum CIRS so oft übersehen oder falsch eingeordnet wird - CIRS fällt durchs Raster, weil:

  • Symptome sind nicht organspezifisch

  • Standardlabore sind oft „unauffällig“

  • Umweltfaktoren werden kaum abgefragt

  • Beschwerden werden psychologisiert

  • Typische Fehldiagnosen:

    Burnout

    Depression / Angststörung

    Somatisierungsstörung

    Long Covid (ohne Differenzierung)

    Fibromyalgie „unklarer Genese“


Viele Betroffene wissen:

„Ich bin nicht depressiv – ich bin krank.“



Wichtig zum Schluss:

CIRS ist real, international beschrieben und für Betroffene extrem belastend.

Es braucht:

  • Ernstnehmen

  • Zeit

  • spezialisierte "Medizin"

  • und oft einen radikalen Perspektivwechsel


CIRS, Autoimmunität & BII – das Zusammenspiel


CIRS ≠ Autoimmunerkrankung – aber:

CIRS ist eine Regulationsstörung des Immunsystems. Durch die Dauerentzündung können entstehen oder sich verschlechtern:

  • Hashimoto

  • Morbus Basedow

  • Rheuma

  • MS-ähnliche Bilder

  • MCAS (Mastzellaktivierung)

  • Wo Brustimplantate ins Spiel kommen:

    Brustimplantate können bei anfälligen Personen ein dauerhafter Trigger sein:

    Fremdkörperreaktion

    Abrieb / Silikonbestandteile

    Biofilm (Bakterien)

    Chronische Immunaktivierung



Das kann:

CIRS auslösen oder ein bestehendes CIRS massiv verstärken -

Wichtig & klar:


Nicht jede Frau mit Implantaten wird krank.


Aber bei genetischer und immunologischer Vulnerabilität kann es eskalieren.



Breast Implant Illness (BII) ist ein Symptomcluster:


Typische Symptome (Auswahl – es gibt über 50):

  • Erschöpfung

  • Brain Fog

  • Gelenk- & Muskelschmerzen

  • Autoimmunreaktionen

  • Herzrasen

  • Schlafstörungen

  • Hormonchaos

  • Neurologische Symptome



CIRS vs. Long Covid – die saubere Abgrenzung und warum sie oft verwechselt werden.

Beide zeigen:

  • Fatigue

  • Brain Fog

  • Belastungsintoleranz

  • Herz- & Atemsymptome

  • Neurologische Auffälligkeiten


    Die entscheidenden Unterschiede


    CIRS:

  • Auslöser: Biotoxine (z.B. Schimmel)

  • Beginn: oft schleichend

  • stark umweltabhängig

  • Wohnungs- oder Arbeitsplatzwechsel oft entscheidend

  • Entgiftungsstörung steht im Vordergrund


Long Covid:

  • Auslöser: Virusinfektion (SARS-CoV-2)

  • Virusinfektion

  • Beginn: klarer Infekt

  • weniger umweltabhängig

  • postvirale Regulationsstörung



Wichtig:

Viele Menschen haben beides.

Long Covid kann ein bestehendes CIRS entgleisen lassen – oder umgekehrt.


Typische CIRS-Laborauffälligkeiten (Auswahl)

(keine Diagnose allein, aber Hinweise)

MMP-9 ↑

TGF-β1 ↑

C4a ↑

ADH ↓ / Osmolalität ↑

VEGF ↓

MSH ↓

auffällige Entzündungsmarker trotz „unauffälligem Standardlabor“



Wie Betroffene sich oft fühlen:

„Ich funktioniere irgendwie – aber ich bin nicht mehr ich.“


„Alles ist zu viel, und niemand findet etwas.“


„Ich weiß, dass das nicht psychosomatisch ist.“


Und damit haben sie recht.


©Birgit Schäfers


 
 
 

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