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Muskeln, Wirbelsäule, Nerven

Wie wirken sich Brustimplantate auf Muskeln, Wirbelsäule und auch Nerven aus? Was verändert sich in unserem Bewegungsapparat?

Dass Brustimplantate den Körper immunologisch schädigen, ist inzwischen ausreichend belegt. Aber welche weitreichenden Folgen diese auch auf unseren Bewegungs- und Haltungsapparat haben, wird selten besprochen. Die, die es wissen sollten, da sie Betroffene täglich als Patienten in ihrer Praxis behandeln, sind zum Beispiel Physiotherapeuten, Osteopathen, Chiropraktiker und Orthopäden.


Die wenigsten von uns wissen, welche gravierenden Folgen nur ein einziger Zentimeter Differenz an Beinlänge für die Körperhaltung und unseren Bewegungsapparat hat. Ein Zentimeter Unterschied lässt uns bereits humpeln. Auf Dauer verändert sich die Stellung der Hüfte, die Wirbelsäule krümmt sich, es kommt zu Schmerzen und einseitigen Abnutzungen von Gelenken und Knorpeln durch die Fehlstellung. Schon kleine Veränderungen in der Stellung unserer Knochen und Gelenke beeinflussen nicht nur die Muskeln, sondern zusätzlich auch die Nerven. Sind unsere Muskeln zu schwach, können diese etwaige Belastungen auf den Körper nicht ausgleichen, und es entwickelt sich eine Fehlstellung oder Schonhaltung. Gibt man jetzt noch Gewicht dazu, sind die Folgen in kürzester Zeit sichtbar und signifikant. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind X-Beine, eine häufig erworbene Fehlstellung der Knie (sie zeigen nach innen anstatt nach vorne). Die Ursache hierfür sind vor allem verkürzte/überspannte Adduktoren und Faszien an der Oberschenkelinnenseite.


Was hat dies alles mit Brustimplantaten zu tun?

Hier kommen gleich mehrere Probleme wortwörtlich zum "Tragen".


  1. Zusätzliches Gewicht

  2. Narbengewebe

  3. Dysbalance der Muskeln

  4. Abgedrückte Nerven



Zusätzliches Gewicht:

Vergrößerungen zählen zu den häufigsten Brustoperationen. In der Mehrzahl der Fälle werden in Deutschland Implantate zwischen 150 bis 400 g pro Brust eingesetzt. Sie führen Ihrem Körper also über Nacht 300 bis 800 g Gewicht zu. Das hört sich zunächst nicht viel an. Bedenkt man aber, dass der Körper auf das zusätzliche Gewicht nicht vorbereitet ist, wird klar, dass dieses plötzliche Mehrgewicht Folgen hat. Seien wir mal ehrlich, die wenigsten von uns treiben regelmäßig Sport, sodass eine stabile Muskulatur dieses zusätzliche Gewicht ausgleichen könnte. Aber auch bei trainierten Frauen kann es zu Problemen kommen. Durch das zusätzliche Gewicht und auch durch die eingeschränkte Bewegung der Arme nach oben und nach hinten, die das gebildete Narbengewebe in der Brust mit sich bringt, wandern die Schultern immer weiter nach vorn. Man kennt dieses Thema auch vom BH-Kauf: Je größer die Brust, desto breiter sollten die Träger sein, um die Muskeln und Nerven der Nackenpartie zu entlasten. Mit den Schultern wird auch der Nacken nach vorne gestreckt, die Rückenmuskeln werden gedehnt, also länger, häufig kippen der untere Rücken und das Becken ins Hohlkreuz. Die Folgen sind Kopf- und Nackenschmerzen, Rückenschmerzen bis hin zu Bandscheibenvorfällen.





Narbengewebe:

Eine Brustvergrößerung ist eine Operation, die man keinesfalls unterschätzen sollte. Je nach Lage des Implantats, nämlich über oder unter dem Brustmuskel, ist der Eingriff hinsichtlich der Brustmuskulatur gegebenenfalls irreversibel. Häufig wird der große Brustmuskel durchtrennt, um die Implantate unter den Muskel schieben zu können. Diese Technik ist irreparabel. Ein Muskel kann zwar bei einer Implantatentfernung „genäht“ werden, aber der Muskel bleibt bei vielen Frauen für immer beeinträchtigt. Das natürlich angewachsene Fett- und Drüsengewebe wird durchtrennt, um eine Tasche zu bilden, die groß genug ist, um die Größe des gewählten Implantats zu fassen. Bei Frauen mit viel Hautüberschuss wird im Zuge der Implantation oft eine Bruststraffung durchgeführt, die weitere Narben mit sich bringt. Die Menge an Narbengewebe, die sich bildet, hängt also von verschiedenen Faktoren und dem Umfang der Operation ab. Narbengewebe verhält sich wie Kleber im Körper und hat zur Folge, dass Sie Ihren Brustmuskel nur noch eingeschränkt bewegen können. Viele Betroffene berichten, dass sie den Arm nicht mehr vollständig heben können.  


In jedem Fall bildet der Körper eine Kapsel (Narbengewebe), um den Fremdkörper, das Implantat, abzustoßen. Diese Gewebskapsel wird in jedem Körper gebildet. Nach einer Brustoperation kann es zudem auch im Laufe der Zeit zu einer Kapselfibrose kommen. Lesen Sie hierzu bitte unseren gleichnamigen Blogtext.  




Dysbalancierte Muskeln:

Können Ihre Muskeln nicht mehr so agieren, wie sie eigentlich sollten, tritt eine Dysbalance auf. Der große Brustmuskel verkürzt sich, da er nicht mehr seine volle Funktion hat (Arm heben, Schulter/Arm kreisen, BH auf und zu machen, Rücken kratzen) und die Rückenmuskeln überstrecken sich. Dies hat zur Folge, dass die Schultern nach vorn wandern. Ein Training der Brustmuskulatur wird durch Narbengewebe und die eventuell bereits verkürzte Muskulatur schwieriger. Am gesündesten ist unser Haltungsapparat, wenn jeder Muskel die gleiche Kraft hat wie sein Gegenspieler (z. B. Bizeps/Trizeps.). Auch die Bauchmuskeln können sich verkürzen. Betroffene klagen oft darüber, nicht richtig Luft zu bekommen, bis hin zu Atemnot. Eine muskuläre Dysbalance kann sich fortsetzen bis zu den Füßen. 



Abgedrückte Nerven:

Sowohl die Brustimplantate als auch die Muskeln können nach einer Brustoperation Nerven abdrücken und Nervenschäden zur Folge haben. (Das Material Silikon kann auch dauerhaft das Nervensystem schädigen – hier im Blog geht es um die mechanischen Folgen). Von den Schultern wandern viele Nervenbahnen in die oberen Extremitäten, von den Rippen führen sie abwärts. (Im Original: Von den Schultern an wandern viele Nervenbahnen in die oberen Extremitäten, aber auch von den Rippen ab.) Es wird häufig von Kopf- und Nackenschmerzen, kribbelnden/tauben Extremitäten (am häufigsten sind die Finger betroffen) bis hin zum Reflex- und Kontrollverlust der Hände berichtet.


Fazit:

Unser Körper ist ein sehr sensibles und hochkomplexes Gebilde. Solange er in Balance ist, kann der Körper in Symbiose mit dem Geist schier Unmögliches verkraften. Bringen wir ihn jedoch aus dem Gleichgewicht, geraten wir in „Schieflage“ und erkranken. Probleme mit dem Haltungsapparat, dem Rücken, den Muskeln, dem Nacken oder den Nerven werden in sehr vielen Erfahrungsberichten von Implantatträgern genannt. 


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