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- Breast Implant-Associated Anaplastic Large Cell Lymphoma (BIA-ALCL)
Wie häufig kommt das Brustimplantat-assoziierte anaplastische großzellige Lymphom (BIA-ALCL) vor? Welche Symptome können Indikatoren für BIA-ALCL sein und welche Diagnostik & Therapiemöglichkeiten gibt es? Breast Implant-Associated Anaplastic Large Cell Lymphoma (BIA-ALCL), zu Deutsch Brustimplantat-assoziiertes anaplastisches großzelliges Lymphom, gehört zu der Familie der Non-Hodgkin-Lymphome. BIA-ALCL ist kein Brustkrebs, sondern ein Lymphom (Krebs), der nicht über das Blut zu diagnostizieren ist! Vorab zur Information: Da die Erkenntnisse zur Erkrankung BIA-ALCL sich stets weiterentwickeln, aktualisieren wir unseren allgemeinen Text von Zeit zu Zeit stellenweise und stellen Ihnen am Ende dieses Textes eine deutsche Kurzzusammenfassung des 5. Internationalen Kongresses zu BIA-ALCL (April 2024, USA) zur Verfügung. Darin werden Zahlen, Diagnostik, Therapie und andere aktualisierte Informationen zur Verfügung gestellt! Seit dem ersten Fallbericht im Jahr 1997 gibt es derzeit (Stand Anfang 2024) mindestens 1.418 bestätigte Fälle weltweit und registrierte 49 Todesfälle. Diese Zahlen sind nicht vollständig , da viele Länder keine aktualisierten Zahlen liefern und sicher auch undiagnostizierte Frauen an BIA-ALCL sterben. Das Wissen über BIA-ALCL ist derzeit in der deutschen Ärzteschaft bzw. bei Plastischen Chirurgen und Gynäkologen, noch relativ gering. Dies liegt u.a. in der Tatsache, dass es sich um eine seltene Erkrankung handelt- allerdings lange nicht so selten, wie uns zu Beginn der Berichte präsentiert wurde. Was als bestätigt gilt, ist, dass diese Form des ALCL immer im Zusammenhang mit Brustimplantaten, und zwar fast ausschließlich mit texturierten Implantaten, auftritt und deshalb unter der gleichnamigen Bezeichnung BIA-ALCL geführt wird. Im Jahr 2013 wurde das anatomisch geformte Implantat Natrelle 410 zugelassen. Durch diese Zulassung hat sich das Einsetzen von texturierten Implantaten von 2013 bis 2016 verfünffacht . Es liegen Fälle vor, in denen Jahre nach der Explantation von texturierten Implantaten BIA-ALCL entstanden ist - die Vermutung liegt nah, dass hier verbliebene Kapseln oder Kapselteile beteiligt waren - gesichert ist dies allerdings nicht. So ist zu erwarten, dass die Dunkelziffer wesentlich höher sein dürfte als die registrierten Fälle und die Zahl der noch zu erwartenden Diagnosen deutlich steigen wird. Die Ärzteschaft fühlt sich aufgrund steigender diagnostizierter Fälle und angesichts der Todesfälle durch BIA-ALCL weltweit aufgerufen, sich mit dieser Erkrankung intensiver zu befassen. Frauen/Transgender, die texturierte Brustimplantate haben/hatten und folgende Symptome aufweisen, sollten eine Testung (CD30-Test) durchführen lassen ( Wichtiger Hinweis: Die reguläre histopatholgische Untersuchung der Kapseln kann keinen BIA-ALCL nachweisen, hier ist der Färbetest CD30/ALK nötig. Die Angabe nach regulärer histologischer Untersuchung "kein Anhalt für Malignität" sagt lediglich aus, dass keine anderen Krebszellen vorhanden sind und kann irreführend sein.) Symptome: unerwartete Veränderungen der Brustform, einschließlich Asymmetrie Rötung und Schwellung der Brust Vergrößerung der Brust Brust fühlt sich anders an, z.B. härter Schmerzen in der Brust/um die Brust Knoten in der Brust/um die Brust oder Achsel Geschwollene Lymphknoten Jucken/Rötung der Brust oder der umliegenden Haut Hautläsionen Fieber Extreme Erschöpfung Nachtschweiß Serom/Flüssigkeit um das Implantat, dargestellt durch bildgebende Maßnahmen wie Ultraschall, MRT Raumforderung oder verdickte Stellen der Kapsel um das Implantat, dargestellt durch bildgebende Maßnahmen wie Ultraschall, MRT Ein MRT und ein Ultraschall können verwendet werden, um Flüssigkeit, Raumforderung oder verdickte Bereiche um ein Implantat zu identifizieren. Diagnostik: Untersucht werden, sollte die Kapsel, Tumormasse; ein Serom allein (mind. 10-50ml auf Eis gelagert) ist nicht immer aussagekräftig, es kann hier zu falschen Ergebnissen kommen. Zudem wurde eine Testmethode (LFA) zum Patent angemeldet die nur 1ml Flüssigkeit brauchen soll und in 20 Min. zur Auswertung bereit stehen würde. Näheres dazu finden sie in unserem Blog TESTS . (Stand 10/2023) Das Fehlen eines Blutflusses bei Raumforderungen oder verdickten Bereichen verringert die Wahrscheinlichkeit, dass sie bösartig sind, sollten aber über eine Biopsie ausgeschlossen werden. Mit Ultraschall geführte Biopsien vor der Explantation können aus Raumforderung, Flüssigkeit und verdickten Bereichen der Kapsel entnommen werden, ohne das Implantat zu verletzen. Das BIA-ALCL gehört zu den T-Zell-Lymphomen und entsteht im Bereich des Implantat-Lagers. Das Lymphom wird als verspätete Ansammlung von Flüssigkeit um das Implantat klinisch auffällig, es zeigt sich eine intrakapsuläre Zellmasse, außerdem finden sich sowohl ein Serom als auch solide Tumormassen. Wegweisendes Erstsymptom ist sehr oft – allerdings nicht in allen Fällen – eine ein- oder beidseitige Seromansammlung, das eine Brustschwellung, neu aufgetretene Asymmetrie oder Schmerzen verursacht. Hautveränderungen (zum Beispiel Inflammation/Entzündung) und Lymphadenopathien (krankhafte Schwellung von Lymphknoten) sind ebenfalls beschrieben. Beim Internationalen Kongress wird regelmäßig deutlich gemacht, wie wichtig es ist, Flüssigkeitsansammlungen um das Brustimplantat ernst zu nehmen . Zitat "If you miss the first fluid, you will miss the desease", übersetzt, wenn sie die erste Flüssigkeit nicht "erwischen", übersehen sie die Krankheit! Lymphome selbst sind die häufigste hämatologische Krebserkrankung und können sich aus B- und T-Lymphozyten entwickeln. Anaplastische Großzell-Lymphome sind die dritthäufigsten peripheren T-Zell-Lymphome mit circa 2 % Anteil an allen Lymphomen im Erwachsenenalter. Wichtig in der gesamten Diskussion ist zunächst die Unterscheidung der Subtypen, die 2016 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erneut – basierend auf klinischer Erscheinung und molekularbiologischer Charakterisierung – klassifiziert wurden. Man unterscheidet: primär systemische ALCL, anaplastische-Lymphomkinase (ALK)-positiv primär systemische ALCL, ALK-negativ primär kutane ALCL (PC-ALCL) Brustimplantat-assoziiertes ALCL (BIA-ALCL), ALK-negativ, CD30-positiv Die Pathogenese des BIA-ALCL ist noch weitestgehend unverstanden, wird aber weiter erforscht. Diskutiert werden ein Zusammenhang mit einer Implantat induzierten chronischen Inflammation oder einer genetischen Empfindlichkeit im Sinne einer ausgeprägten reaktiven Dysplasie Reaktion (Fehlbildungsreaktion) auf chronische Entzündungen. Auch werden als Auslöser der Partikelabrieb der Implantate, ein subklinischer Biofilm oder eine chronische T-Zell-Stimulation vermutet. Auffällig ist, dass in aufgearbeiteten Implantat-assoziierten Zwischenfällen der FDA, in denen die Oberflächenbeschaffenheit der Implantate bekannt war, ein texturiertes Implantat vorlag, oder bei glatten Implantaten jedenfalls in der Historie bereits ein texturiertes getragen wurde. Je "grober" die Texturierung, um so stärker entwickeln sich "bad inflammations", also böse Entzündungen, die wiederum Krebsgene fördern können. Untersuchungen aus 2021 zeigten, dass bei allen diagnostizierten Frauen das Chromosom 20 fehlte. Rückblick: 1997 wurde erstmalig ein Fall eines BIA-ALCL bei einer Patientin mit Brustimplantaten publiziert. Seit 2011 wurde es als eigenständige Erkrankung von der FDA anerkannt. Allergan hat im Juli 2019 sicherheitshalber "freiwillig" alle texturierten Implantate seiner BIOCELL-Reihe weltweit zurückgerufen. Dies bezieht sich allerdings nur auf noch nicht bereits eingesetzte Implantate. Das BfArM hat am 19.8.2019 seine Empfehlungen zum Thema veröffentlicht. Leider wird nicht empfohlen, texturierte Implantate vorsorglich zu entfernen. Es soll abgewartet werden, ob sich Symptome zeigen. Dies halten wir für nicht nachvollziehbar! Da hier weder gezielte Studien stattgefunden haben noch die Diagnose bis heute wirkliche Beachtung findet, hinkt Deutschland in der Diagnostik hinterher. Hier werden Flüssigkeitsansammlungen nach wie vor oft nicht ernst genommen und darum nicht frühzeitig untersucht. Selbst Brustzentren und viele Gynäkologen kennen sich nicht damit aus. Deshalb ist es wichtig, dass sich jede Betroffene selbst gut informiert und auch auf das richtige Vorgehen besteht . Wichtig ist auch die richtige pathologische Untersuchung in einem erfahrenen Labor. Es gibt Referenzzentren für Lymphome, inwieweit die Richtlinien dort für BIA-ALCL nach NCCN befolgt werden, ist uns nicht bekannt. Die histopathologische Beurteilung kann in einem der Referenzzentren durchgeführt werden - oder durch die Pathologie, mit denen Ihr Operateur zusammenarbeitet . Klären Sie doch vorab, wie viele Kapselstellen dort untersucht werden. Eine Übersicht der Referenzzentren wird derzeit aktualisiert und wird nach Überprüfung hier wieder zur Verfügung gestellt. In der Zwischenzeit nutzen Sie bitte Internetsuchmaschinen/KI für Ihre Recherche. (Stand 25.09.2025) Ein wichtiges weiteres Kriterium für das BIA-ALCL ist der fehlende Nachweis von anaplastischer Lymphomkinase (ALK). Alle gemeldeten BIA-ALCL sind CD30-positiv und ALK-negativ. Andere T-Zell-Antigene werden variabel exprimiert, zum Beispiel CD4 (84 %), CD43 (80 %), CD3 (30 %), CD45 (36 %) und CD2 (30 %). Die histopathologische Diagnose von malignen Lymphomen und deren therapierelevante Klassifikation ist häufig außerordentlich schwierig. Deshalb werden die Gewebeproben vieler Fälle in Deutschland zur Diagnoseabsicherung in die 8 pathologischen Institute mit langjähriger diagnostischer und wissenschaftlicher Erfahrung geschickt. Aber auch hauseigene Pathologien sind ggf. damit erfahren - dies sollte vorab abgeklärt werden mit Ihrem Arzt. Diese Praxis hat sich in den vergangenen Jahren außerordentlich bewährt und wird auch in den meisten europäischen und nicht-europäischen Ländern als beispielhaft angesehen. Auf Grundlage dieser günstigen Situation haben sich die großen deutschen Lymphom-Studiengruppen entschlossen, die Behandlung einer Patientin im Rahmen einer Therapieoptimierungsstudie eng an das Vorliegen einer referenzpathologischen Diagnose zu knüpfen. Der Informationsfluss zwischen Primärpathologen, Referenzzentren und Studienzentralen war bisher in allen Teilen papiergestützt und dadurch langsam und störanfällig. Im Rahmen des Pathologie-Projektes ist deshalb eine computergestützte Infrastruktur aufgebaut worden, um die Kommunikation zu beschleunigen und um zu gewährleisten, dass die referenzpathologische Diagnose vor dem Beginn der Therapie vorliegt. Implantate bitte in jedem Fall aufbewahren für Tests, Gerichtsverfahren, Behandlungsmaßnahmen. hierfür sollten die Implantate lt. Umweltmediziner zwischen 3 und 8 Grad Celsius in einem luftdichten, lichtgeschützt in einem neutralen Behälter aufbewahrt werden. Häufigkeit/Fallzahlen: Risiko Management BIA-ALCL: Wir fassen im Folgenden einen Zoom-Austausch zusammen, das mit einem Mitarbeiter eines Implantatherstellers im Herbst 2021 von uns geführt wurde. Er ist im ständigen Austausch mit der Lymphoma Coalition, einer globalen Organisation u.a. zum Thema BIA-ALCL, und auch mit Mark Clemens aus den USA, um eine Strategie zu entwickeln, was getan werden kann/muss. Meine Zusammenfassung seiner Aussagen und Prognosen: "Weltweit sind die Diagnose-Zahlen zu BIA-ALCL noch gering, wobei diese Krebserkrankung, die wohl durch texturierte Implantate ausgelöst wird, völlig unterdiagnostiziert ist. Es wird nicht ausreichend getestet und auch nicht genügend geforscht. Hier hinkt Deutschland weit hinterher. Weltweit wurden allein im Jahr 2020 (durch mehr Diagnostik) 700 neue Fälle gemeldet, weit mehr als in allen Jahren zuvor - publiziert wurde hierzu erstmals 2008!" Aktuelle Epidemiologische Studien zum BIA-ALCL bestätigen, dass das Auftreten von BIA-ALCL höher ist als zuvor berichtet, insbesondere bei makrotexturierten Brustimplantaten. Aktualisierte Zahlen und eine Kurzzusammenfassung des 5. internationalen Kongresses in den USA im April 2024 finden Sie am Ende des Textes. In Deutschland tragen nur 2 % aller Implantatträgerinnen glattwandige Implantate, d.h. 98 % tragen texturierte Implantate und damit das Risiko, an BIA-ALCL zu erkranken. In Europa liegt der Anteil an texturierten Implantaten bei 90%. Allergan liegt bei den diagnostizierten Fällen mit Abstand vorn, insbesondere Biocell-Implantate (sie machen lt. Angaben im Kongress aus Oktober 2021 einen Anteil von 91 % der diagnostizierten Fälle aus). Auch Polyurethan-beschichtete Implantate (z.B. Polytech) sind häufiger betroffen. Aber, um kein falsches Bild zu vermitteln: Alle Hersteller sind betroffen! Unserer Ansicht nach sollten deshalb texturierte Implantate und auch texturierte Expander verboten werden. In einigen Ländern ist dies bereits der Fall, in Deutschland und vielen anderen Ländern leider noch nicht. Das Wissen und auch der Umgang mit dieser Testung ist in Deutschland leider noch nicht auf dem selben Stand wie z.B. in den USA. Bitte behalten Sie dies im Hinterkopf, wenn Ihnen ein Arzt sagt, diese Erkrankung sei so selten. Leider ist die Empfehlung der FDA noch immer, Implantate nicht vorsorglich zu entfernen, nicht einmal bei Allergan-Trägerinnen. Allerdings war im 5. internationalen Kongress zu BIA-ALCL in den USA im April 2024 bereits eine kritischere Einschätzung dazu zu vernehmen! Nach amerikanischen Standards (Mark Clemens, MD Anderson) sollten 12 Stellen der Kapsel plus Serom getestet werden, wobei das Serom negativ sein kann und die Kapsel trotzdem positiv. Bitte sprechen Sie deshalb mit Ihrem PC ab, wie getestet wird und welche Kosten hierfür zusätzlich auf Sie zukommen. Die Diagnose BIA-ALCL wird meist 8-10 Jahren nach Implantation gestellt, so dass nach Hochrechnung (und diese Annahme wurde durch eine Studie aus April 2021 im Prinzip bestätigt), in den nächsten Jahren die Diagnosezahlen eines BIA-ALCL voraussichtlich drastisch steigen werden! Nach Hochrechnung tragen 4 Mio. Europäerinnen und 2 Mio. Amerikanerinnen dieses erhöhte Risiko und es werden voraussichtlich rd. 12.000 Frauen in Europa und 6.000 Frauen in den USA in den nächsten Jahren, also bis ca. 2025, an diesem Krebs erkranken. Es bleibt damit - gemessen an den weltweit eingesetzten Implantaten - eine seltene Erkrankung, aber das Risikoverhältnis, das bislang angegeben wurde, wird sich drastisch verändern. Leider gibt es bereits Frauen, die erst einige Jahre nach Explantation die Diagnose BIA-ALCL erhalten haben. Ob dies an zurückgelassenen Kapseln/Kapselresten liegt, bleibt zu vermuten. Wir bleiben um so mehr Risiko-Kandidatinnen, wenn nicht akribisch explantiert wird. Man kann vielleicht von BII gesunden, auch bei verbliebenen Kapselresten, aber es bleibt das Risiko, an BIA-ALCL zu erkranken. Von der Europäischen Kommission SCHEER (Scientific Committee on Health, Environmental and Emerging Risks) wurde im April 2021 ein 50-seitiges Empfehlungspapier an alle Gesundheitsministerien in der EU geschickt. Leider ist auch hier noch keine Rede von einer Empfehlung, texturierte Implantate komplett zu verbieten. WICHTIGER HINWEIS von uns: Wenn der Verdacht auf ein BIA-ALCL vorliegt, bitte nicht "einfach" explantieren lassen, sondern die internationalen Richtlinien befolgen. Es sollten dann unbedingt vor Explantation wichtige Voruntersuchungen gemacht werden, wie z.B. ein PET-CT. Bitte lesen Sie hierzu auch unsere am Ende des Textes zur Verfügung gestellte Übersetzung der Kurzzusammenfassung des letzten internationalen Kongresses im April 2024. Nützliche Infos: WIR BIETEN AB SOFORT eine 1stündige Beratung einer sehr gut informierten von BIA-ALCL betroffenen Patientin bzw. durch unseren Vereinsvorstand an. Diese ist direkt zu buchen über den Punkt "Beratungen". Wir vernetzen Sie gerne mit Ärzten unseres Netzwerks, die bereits Patientenerfahrungen haben mit der Diagnose BIA-ALCL. Inzwischen wurden von der FDA weitere Krebsdiagnosen verkündet: Breast implant-associated squamous cell carcinoma ( BIA-SCC ). Bei BIA-SCC handelt es sich um einen weitaus agressiveren Krebs. Zu dieser Diagnostik mehr im entsprechenden Blog. UPDATE April 2024: Beim 5. Internationalen Kongress zu BIA-ALCL in den USA wurden die neuesten Zahlen bekanntgegeben, Diagnose- und Therapiemethoden wurden besprochen und es wurde abermals besprochen, dass die Krebserkrankung weit unterdiagnostiziert ist. Zitat Prof. Fabio Santanelli: "We should not longer use the risk of explant surgery use as an argument for leaving risky implants in patients." Er ist also der Meinung, man sollte zumindest die riskantesten Implantate prophylaktisch entfernen, anstatt darauf zu warten, dass sich eine BIA-ALCL entwickelt. Wer sich das komplette Video der englischsprachigen Kongress-Aufzeichnung anschauen möchte, findet dieses hier . Es sind 11 Stunden, das Video enthält sehr viel Wissen und Information. Bitte nutzen Sie hier auch unsere am Ende des Textes zur Verfügung gestellte Kurzzusammenfassung. Als harten Schlag für Betroffene, die die Diagnose BIA-ALCL nach kosmetischer Augmentation bekommen, gilt die neue Regelung in den USA, dass die Krankenversicherung nicht mehr für Diagnostik oder Therapie aufkommt. Der ICD10-Code C84-7A wurde festgelegt. Prof. Fabio Santanelli di Pompeo bietet ab Online-Beratungen für Frauen mit der Verdacht bzw. Diagnose BIA-ALCL an. Er ist Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Plastische Chirurgie an der Sapienza, Universität Rom, wo er das Universitätsprogramm für den Vorstand in Plastischer Chirurgie leitet, und ist seit 2003 Leiter der Abteilung für Plastische Chirurgie am Sant’Andrea-Krankenhaus. Er gilt als Spezialist für BIA-ALCL (Präsident der World Consensus Conference on BIA-ALCL). Sein Statement zum Angebot: "Seit Jahren schreiben Patientinnen aus der ganzen Welt E-Mails und Nachrichten an mich als Experte für Breast Implant Associate-Anaplastic Large Cell Lymphoma (BIA-ALCL), besorgt über ihren Gesundheitszustand. Darauf aufbauend und in Anbetracht des Wunsches, Patienten zu helfen, beschloss ich, ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Ab sofort biete ich Online-Beratungen für Frauen an, die BIA-ALCL vermuten oder darunter leiden. Ich weiß, dass mein Wissen ihnen helfen kann. (Kosten: 300 €/Stand 08/2022) Erfahren Sie mehr Bitte lesen Sie hier die deutsche Kurzzusammenfassung des internationalen Kongresses zu BIA-ALCL in den USA am 20.04.2024. Die Zusammenfassung wurde von der amerikanischen Aufklärungsorganisation BISA erstellt: Hier finden Sie die aktuellen NCCN Guidelines zur Diagnostik/Behandlung von BIA-ALCL In Deutschland veröffentlichte Arbeit zu Brustimplantat-assoziierten Tumoren aus Juni 2023 finden Sie hier . Studie des Oxford University Journals von Juni 2023: Eine umfangreiche und sehr informative Arbeit aus Juli 2023 mit dem Titel "Die Auswertung der verspäteten geschwollenen Brust bei Patienten mit Brustimplantaten" (Diagnostik bei Brustschellung/Flüssigkeitsansammlung) finden Sie hier . Eine Studie/Fallzahlen Niederlande August 2022 finden Sie hier . Einen Fallbericht einer Betroffenen nach der Entbindung finden Sie hier . Einen Infotext von Tori Rodriguez "Brustimplantat-assoziierter Krebs: Was Anbieter und Patienten wissen müssen", November 2022, finden Sie hier . BfArM Möglicher Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und der Entstehung eines anaplastischen großzelligen Lymphoms (ALCL) Landesärztekammer Hessen Weitere Links: Dr. Chun zeigt eine Kapsel, die vermutlich BIA-ALCL aufweist. Steigende Zahlen von BIA-ALCL. The BMJ Anaplastisches großzelliges Lymphom bei Menschen mit Brustimplantaten Deutsche (online) Übersetzung Artikel zum Foto: Cytological diagnostic of BIA-ALCL - Late Seroma https://biaalcl.com Hier finden Sie eine englischsprachige Website betroffener Frauen Übersetzung Scheer Studie © Birgit Schäfers
- Folgekostenversicherung
Mögliche finanzielle Folgen nach ästhetischen Operationen
- Heilung Herz!
Wahre Heilung braucht das - eine ganz persönliche Sicht auf die Dinge ♥ Ihr Lieben, ich, Birgit Schäfers, Gründerin der Initiative "Krank durch Brustimplantate", möchte Euch ein bisschen aus meinem Leben erzählen und weiß, dass ich mich damit ziemlich “nackt” machen werde. Ein in unserer Facebook-Community häufiger geposteter Text über den Schockzustand und die Traurigkeit junger Frauen über den Anblick ihrer Brüste, nachdem die Implantate entfernt wurden, gibt mir den Anlass, meine Gedanken und auch meine Erfahrungen einmal etwas ausführlicher zu “Papier” zu bringen. Was ist passiert mit uns? Wo sind die starken Frauen geblieben, die früher in Gruppen zusammen Rituale gefeiert haben, die ihre Menstruation gefeiert haben, zusammen gekocht und altes Heilwissen ausgetauscht haben? Wir wurden zu Frauen geformt, die sich mit allen anderen Frauen vergleichen, die jung und faltenfrei bleiben müssen, beste Arbeitskräfte, dabei aber liebende und sorgende Mütter, die immer zur Verfügung stehen sollen, die in Konkurrenz gehen, die ihren Zusammenhalt mit allen anderen tollen göttlichen Wesen, die wir sind, vergessen haben... Wir werden so geprägt, damit ganze Industrien davon leben können. Faltencremes, Fitness-Studios, Solarien, Diätrezepte, Abführmittel, “Schönheits-OPs” in allen Bereichen, diese Liste wäre sehr lang, würde ich hier weitermachen.... Wichtig ist offenbar, dass wir uns alle “nicht genug” fühlen sollen. Nicht jung genug, schön genug, glatt genug, attraktiv genug, schlank genug, perfekt genug... Das ist so traurig! Und es funktioniert. Bei einer Diskussionsrunde in Mannheim zum Thema "Körperkult - Körperextreme" vor längerer Zeit, kam ein Arzt zu Wort, der die Selbstzufriedenheit - insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen - untersucht und wie sich diese durch den Medieneinfluss verändert hat und weiter verändert. Vor mehreren Jahrzehnten waren das Wunschbild von jungen Mädchen und der tatsächliche BMI (Body-Mass-Index) noch relativ nah beieinander. Eine Grafik aus der Untersuchung zeigte, wie sehr sich das Schönheitsideal durch täglichen Medienkonsum stark verändert. Die Selbstzufriedenheit sinkt rapide, je mehr z.B. täglich Fernsehen oder Social Media konsumiert werden. Und die Diskrepanz zwischen dem eigenen Schönheitsideal von jungen Mädchen und dem tatsächlich inzwischen durch-schnittlichen Body-Mass-Index wird immer größer. Übersetzt heißt das, Mädchen wollen immer dünner werden, während die tatsächliche Bevölkerung immer mehr an Gewicht zulegt. Dies führt dazu, dass bereits junge Mädchen und Frauen zu immer drastischeren Mitteln greifen, um ihrem vermeintlichen Ideal näher zu kommen. Wir schlucken Abführmittel, es werden Rippen weg operiert, Mädchen verweigern die Nahrung oder erbrechen, gehen also in schwerste Essstörungen, wir legen uns unters Messer, lassen uns Fett absaugen, uns Narben zufügen, wir lassen uns Silikonpäckchen an den unterschiedlichsten Körperstellen einpflanzen, die uns langsam erkranken oder sterben lassen, im schlimmsten Fall. Wir lassen uns unsere Schamlippen umformen und kürzen, weil wir glauben, sie seien nicht ästhetisch genug. Die in Afrika gängige Genital-Verstümmelung dagegen deklarieren wir als "barbarisch" und als mangelnde Bildung - was für ein Wahnsinn. Denkt einmal darüber nach. Wie wenig wertschätzen müssen wir uns, um uns selbst so zu verletzen und zu so drastischen Mitteln zu greifen, um uns unserem Ideal näher zu bringen. Wir erliegen der Illusion, dass wir erst dann ein schönes und glückliches Leben haben können, wenn wir “perfekt” sind oder wenn wir “schöner”, schlanker, jünger... sind. Das ist traurig und anstrengend für so viele Frauen. Scham ist ein unbeschreiblich schlimmes Gefühl. Ich selbst kann aus eigener Erfahrung erzählen. Ich bin seit Kleinkindalter essgestört - warum, ist an dieser Stelle unerheblich. Mein ganzes Leben lang war begleitet von tiefer Scham - einem sehr drastischen und einschneidenden Gefühl. Denn es lähmt und es nimmt dir jede Selbstachtung, jedes Selbstwertgefühl. Ich war dünn und dick, ich habe mein Essen erbrochen, bin in Fitnessstudios und Sonnenstudios gerannt, hatte Gelfingernägel, war gepierct, wo es nur geht, habe mir Haut wegschneiden lassen, habe die größte “Schönheits-OP” machen lassen, was die Wundfläche angeht: die Bauchdeckenstraffung. Ich habe mir die Oberschenkel die Oberarme und die Brüste zweimal straffen lassen. Ich hatte 2 Jahre schlimmste Schmerzen, um dann 4 Jahre tatsächlich ein Gefühl von Freiheit zu empfinden in meiner Haut. Aber um ehrlich zu sein, ist das keine Freiheit. Ich habe meinen Körper manipuliert, habe Störfelder durch die Narben, die andere Schwierigkeiten bereiten (können), habe in vielen Bereichen meines Körpers jegliches Gefühl und damit Lustempfinden verloren - was für ein irrsinniger Preis - und bin letztlich schwer krank geworden. Wirklich frei wäre ich in einem Körper, den ich lieben kann - egal, wie er aussieht. Ich ziehe den Hut vor allen Frauen, die nur eine Brust oder keine haben und damit schwimmen und in die Sauna gehen, vor Frauen, die als Model arbeiten mit großflächig verbrannter Haut. Vor Frauen, die einkaufen gehen ohne Schminke im Gesicht und sich dabei wohlfühlen! Ich ziehe den Hut vor Menschen, die andere nicht bewerten nach ihrer Optik (ich kann das bei anderen Menschen - nur bei mir selbst ist es noch immer ein Prozess...). Ich habe neulich mal einen Spruch gepostet “ Ich liebe schöne Menschen - ihr Aussehen ist mir dabei völlig egal! ” Wir Frauen sollten lernen, dies zu lernen! Andere Menschen und uns in ihrer Schönheit zu sehen, ob dünn, dick, alt, faltig, ob mit “Makel” behaftet... Unser Wert liegt in unserem Wesen. Und so können auch optisch vermeintlich schöne Menschen hässlich sein. Unser Kopf weiß das, aber dennoch bewerten wir den ganzen Tag andere Menschen, und so tun wir es auch mit uns. Wir vergleichen uns und fühlen uns unzufrieden. Warum? Weil wir so geprägt werden. Weil damit sehr viel Geld verdient wird. Und weil wir das schwache Geschlecht sein sollen. Spiegelbild versus Selbstwahrnehmung: Meine Erfahrung in einer Spiegelbildgruppe möchte ich kurz erzählen: Wir waren ein paar junge Frauen. Eine der Übungen war folgende: wir stellten uns eine längere Zeit vor einen Ganzkörperspiegel und betrachteten uns selbst sehr eingehend. Dann bekam jede von uns eine große Papierrolle und sollte nun mit einem dicken Stift versuchen, die eigene Silhouette aufzumalen. Anschließend sollten wir uns auf diese gezeichnete Silhouette legen und siehe da: wir alle waren in unserer Selbstwahrnehmung viel kräftiger, runder, dicker, als wir es tatsächlich waren. Interessant! Ein Model mit Körpergröße 34 erzählte dort, dass sie bei Castings zu hören bekam, sie sollte aber bitte schon noch 1-2 kg abnehmen... Noch eine kleine Geschichte aus meinem Leben: Ich habe für einige Zeit in Indonesien gelebt - ich nenne das heute meine spiegelfreie Zeit . Dort gab es Holzbaracken und viel Natur, wo ich war. In den Häusern gab es so gut wie keine Spiegel. Ich war in Dörfern unterwegs und es gab kaum Schaufenster oder andere Spiegelflächen. Und dann hat sich etwas verändert in mir. Ich brauchte plötzlich keinen Föhn mehr und habe mich auch nicht mehr geschminkt. Ich konnte es ohnehin kaum sehen irgendwo und so habe ich angefangen, zu fühlen, wie ich mich fühle . Mir ist aufgefallen, dass ich sonst (in meinen schlimmsten Zeiten durch die Zahl auf meiner Waage am Morgen) immer erst in den Spiegel geschaut habe und dann gesagt habe, wie es mir geht. Sah ich meiner Ansicht nach schlecht aus, ging es mir schlecht. Sah ich gut aus, ging es mir gut. In Indonesien konnte ich das nicht sehen und so musste ich ins Spüren kommen. Fühlen, wie ich mich fühle . Fühlen, wie es mir geht. Ich machte mein Wohlbefinden endlich davon abhängig, wie ich mich fühlte, nicht was mein Spiegelbild mir zeigte. Und ich kann noch heute sagen, es war die glücklichste Zeit meines Lebens. Sie war so leicht und entspannt, weil ich nicht mehr diesem ständigen Drang hinterher rannte, gut aussehen zu müssen. Ich habe in den letzten 30 Jahren viel zum Thema Körperarbeit, Selbstakzeptanz, Selbstwahrnehmung ausprobiert und erfahren. Ich war in Tantra-Gruppen mit Frauen, in Kuschelgruppen, war in einer Spiegelbildgruppe, bei Biodanza, habe Bücher gelesen, wie das Anti-Diät-Buch, Satt aber hungrig, Des Körpers neue Kleider.... meine Bücherregale sind voll davon. Ich habe unendlich viel getan, um aus diesem Vergleich und dieser Unzufriedenheit herauszukommen. Aus diesem Gefühl, “nicht genug” zu sein. Ich war immer aufgeweckt, war die Klassenbeste, hatte Freunde und Partner. Aber das war nie genug. Immer war da dieses tiefe Gefühl der Scham in mir. Dieses gilt es zu heilen! Und das schafft kein Skalpell! Was mir am Besten geholfen hat, war, mit Frauen Zeit zu verbringen, mit ihnen zu tanzen, mit ihnen Spaß zu haben, Körpererfahrungen mit ihnen zu machen, zu lachen mit ihnen, wieder näher zu rücken - dem göttlichen weiblichen Geschlecht. Vielleicht klingt es für viele zu spirituell, die sich noch nie tiefer mit diesem Thema befasst haben, aber es ist so wichtig, wenn wir heilen wollen. Heilen aus dieser Unzufriedenheit von uns selbst, heilen aus dieser Scham und diesem Gefühl, nicht “perfekt genug” zu sein. Spiritualität ist ein heilsamer Weg. Schaut in die Herzen der anderen Frauen und seht ihre Schönheit - egal, wie sie aussehen. Dann wird es einfacher, unsere eigene Schönheit wieder wahrzunehmen, die völlig unabhängig von unseren Falten oder Silhouette ist. Wir müssen uns nicht zu Püppchen und Mäuschen machen; wir sollten stolz sein auf unser Geschlecht. Wir Frauen sind stark und schön - mit Falten, mit Hängebrüsten oder ohne, klein, dick, dünn, groß, alt, jung, blond, braun, rot oder schwarz... Unser Kopf weiß das, unsere Herzen müssen es wieder lernen... Birgit Schäfers, im Dezember 2019 und doch brandaktuell! © Birgit Schäfers
- Die Geschichte der Brustimplantate
Der medizinische Missbrauch des weiblichen Körpers Die ersten "Schönheitsoperationen" gehen weit zurück in der Geschichte. Einige der frühesten bekannten Verfahren sind beispielsweise die Nasenkorrektur, die bereits im alten Indien und Ägypten angewendet wurde. Schon ab 1200 v. Chr. ist in Indien eine hohe Anzahl an Nasenoperationen belegt, bei denen ein „Gefäßlappen“ aus der Stirn geschnitten und zu einer neuen Nase geformt wurde. Meist hatte der Eingriff sehr konkrete Gründe: Nach indischer Rechtssprechung wurden Verbrechern, Ehebrechern und Kriegsgefangenen zur Strafe die Nase amputiert. Auch im alten Ägypten waren rekonstruktive Eingriffe bekannt, wie Mumienfunde mit angenähten Ohren bewiesen. Eine der ersten modernen Schönheitsoperationen war die Nasenkorrektur (Rhinoplastik), die im 19. Jahrhundert entwickelt wurde. Der römische Medizinschriftsteller Aulus Cornelius Celsus (25 v. Chr. – 50 n. Chr.) beschreibt ebenfalls zahlreiche Eingriffe, etwa die Defektdeckung im Gesicht mit Hilfe von Hautlappen. Anders als im alten Indien wurde eine Nasenplastik im 15. Jahrhundert hauptsächlich wegen duell- oder kriegsbedingter Verstümmelung, aber auch beim syphilitischen Zerfall der Nase vorgenommen. Brustoperationen, wie die Brustvergrößerung, wurden im 20. Jahrhundert populär, wobei die ersten Versuche mit Implantaten in den 1960er Jahren stattfanden und wie so oft ging es um Geld und die Reduzierung der Frau auf ein Sexualobjekt. Die Idee für das erste Silikonimplantat kam dem Chirurgen Frank Gerow, nachdem er einen Blutbeutel betastet hatte. Laut Teresa Riordan, Autorin von „Inventing Beauty: A history of the innovations that have made us beautiful“, drückte Frank Gerow einen Plastikblutbeutel und bemerkte, dass dieser sich wie eine weibliche Brust anfühlte. Sein Aha-Moment und die Idee des Silikon-Brustimplantats.war geboren. Klinische Studien für diese neuartige Operationsmethode fanden praktisch nicht statt und beschränkten sich auf Untersuchungen an einer einzigen Hündin namens Esmeralda. Die Operation verlief "erfolgreich", und Gerow erklärte, die Implantate seien „unschädlich wie Wasser“ . Die Hündin leckte und kaute an den Nähten, so dass nach einigen Wochen die Implantate bereits wieder entfernt werden mussten. Bald darauf begann das Ärzteteam trotzdem, Frauen zu suchen, die Implantate ausprobieren wollten. Im Frühjahr 1962 legte sich Timmie Jean Lindsey, Mutter von sechs Kindern, auf den Operationstisch des Jefferson Davis Krankenhauses in Houston, Texas, um sich der weltweit ersten uns bekannten Silikon-Brustimplantat-Operation zu unterziehen. Lindsey hatte das Krankenhaus aufgesucht, um sich ihr Tattoo entfernen zu lassen und sich nach dem Anlegen ihrer Ohren zu erkundigen. In diesem Rahmen nahm sie das Angebot einer kostenlosen experimentellen Brustvergrößerung an, das ihr die Chirurgen Frank Gerow und Thomas Cronin unterbreiteten. Obwohl Gerow und Cronin als Erfinder des Silikon-Brustimplantats gelten, waren sie nicht die ersten Männer, die mit Silikon am Körper von Frauen experimentierten, und bei weitem nicht die ersten Männer, die weibliche Brüste zum Zwecke der männlichen sexuellen Erregung verstümmelten. Seit den 1890er Jahren spritzten Männer Fremdkörper in die Brüste von Frauen. Vincenz Czerny 1895 Der Chirurg Vincenz Czerny führt die erste Brustvergrößerung unter Verwendung von körpereigenem Fettgewebe der Patientin durch, das aus einem gutartigen Lipom der Lendenwirbelsäule gewonnen wird. Die Patientin hatte einen linksseitigen Brustkrebs. 1899 spritzten Männer Frauen Paraffinwachs in die Brüste, um sie zu vergrößern. Das funktionierte nicht so gut. Zum einen schmolz das Wachs bekanntermaßen in der Sonne. Zum anderen verursachte es Infektionen und Knoten, sogenannte Paraffinome. In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts verwenden "Ärzte" andere Substanzen als Füllmaterial für Brüste oder Brustimplantate und diese lesen sich wie ein Horrorspektakel: Elfenbein Glaskugeln gemahlenes Gummi Ochsenknorpel Terylenwolle Bänder Holzspäne Küchenschwämme Marilyn Monroe auf dem Playboy Cover Im Amerika der 1950er Jahre waren zahlreiche kulturelle Einflüsse um das Ideal einer größeren Brust versammelt. Es war das Jahrzehnt, in dem das Playboy-Magazin und Barbie auf den Markt kamen, und auch Filmstars spielten eine große Rolle. „Der vollbusige Look von Marilyn Monroe und Jane Russell sowie Diors New Look von 1957 betonten diese kurvige Silhouette und brachten Frauen dazu, über eine Brustvergrößerung nachzudenken“. „Falsies“ – im Grunde ausgestopfte BHs – waren beliebt, aber immer mehr Frauen wollten etwas mehr. Im Laufe der Jahre wurden verschiedenste Methoden zur Brustvergrößerung ausprobiert. In den 1950er Jahren begannen Ärzte, Frauen mit Schwammimplantaten zu versorgen. Die Schwammtechnik funktionierte zunächst gut, hielt aber nicht lange an – die Schwämme schrumpften bald und wurden „hart wie Baseballs“. The Bullet Bra Auch Silikon war ein Material der Stunde. „In den Nachkriegsamerikanern herrschte eine Faszination für alles Plastikartige und Künstliche“. Allerdings wurde das Silikon nicht erstmals in den USA zur Brustvergrößerung eingesetzt, sondern in Japan , wo es an Prostituierten ausprobiert wurde. Während der amerikanischen Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Japanerinnen als Sexsklavinnen verschleppt. Um bessere Geschäfte mit den US-Besatzungstruppen zu machen und da die amerikanischen Soldaten den Ruf hatten, Frauen mit größeren Brüsten zu bevorzugen, begannen japanische Kosmetikerinnen, mit verschiedenen Substanzen und Verfahren zu experimentieren, um die Brüste japanischer Sexsklavinnen zu vergrößern. Zunächst geschah dies durch die direkte Injektion von Substanzen wie Ziegenmilch und Mischungen aus Paraffin und Vaseline in die Brüste der Frauen. Später begannen Kosmetikerinnen, flüssiges Silikon zu verwenden. Fässer voller Industriesilikon verschwanden aus den Verladehäfen von Yokohama und es stellte sich heraus, dass jemand auf die Idee gekommen war, japanischen Prostituierten das Kühlmittel direkt in die Brüste zu injizieren, was zu Wundbrand oder „Silikonfäule“ und in einigen Fällen zum Tod führte. Die Migration der Flüssigkeit konnte durch die Zugabe von Oliven- oder Baumwollsamenöl "verhindert" werden, was zu sofortiger Narbenbildung führte und so das Silikon an der Injektionsstelle einkapselte. Dr. Sakurai war der erste, der Silikoninjektionen in Japan anwandte, und führte seine Technik kurz darauf in den USA ein, wo er eine Praxis in Kalifornien eröffnete, wo Brustinjektionen (später bekannt als „Sakurai-Formel“) besonders beliebt wurden. Obwohl Silikon als biologisch inerte und nicht reaktive Substanz galt, traten bei Frauen nach Brustinjektionen viele schwere Komplikationen auf. Einige erlitten beispielsweise Geschwüre, Narbenbildung und Schwellungen im Brustbereich. Andere litten an Gangrän, Infektionen und Lungenkollaps . Ein weiteres Problem war nach wie vor die Migration des Silikons in verschiedene Körperteile der Frauen. Manchmal konnten diese Massen erfolgreich entfernt werden. In häufigeren Fällen gelang es den Ärzten jedoch nicht, die großen Mengen des Gels zu entfernen, ohne die Frauen zu entstellen. Mindestens vier Todesfälle werden auf Silikoninjektionen zurückgeführt. In einem dieser Fälle war Silikon in die Lunge einer Frau gewandert, die daran erstickte . Carol Doda 1960 Doda war in den 1960er Jahren Oben-ohne-Tänzerin im Condor Club in San Francisco; sie erregte große Aufmerksamkeit in den Medien,.nachdem sie ihre Brüste mit Silikoninjektionen vergrößern ließ. Von einer eher gewöhnlichen Go-Go-Tänzerin mit 91 cm Oberweite wurde sie schlagartig zu einem 112 cm großen Oben-ohne-Superstar. Carol Doda starb im Alter von 78 Jahren an Nierenversagen . Die Praxis der Brustinjektion wurde auch in anderen Bundesstaaten wie Nevada und Texas populär, wo Nachtclubs häufig Oben-ohne-Tanzen anboten, um zahlende Kunden anzulocken. Was in Japan als Experiment mit Opfern des Sexhandels begann, die als Objekte für den sexuellen Konsum von Männern behandelt wurden, breitete sich immer weiter auf Showgirls und Stripperinnen in den ganzen USA aus. Das volle Ausmaß der gesundheitlichen Schäden durch Silikoninjektionen wird nie vollständig verstanden werden, da Opfer des Sexhandels als austauschbar gelten und es keine umfassenden Aufzeichnungen über ihren körperlichen Zustand gibt. Darüber hinaus duldete die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) diesen medizinischen Missbrauch . Schätzungsweise 50.000 amerikanische Frauen haben sich seit den 1940er Jahren, als das Verfahren erstmals in den USA eingeführt wurde, flüssiges Silikon in die Brüste injizieren lassen. 1961 Die amerikanischen plastischen Chirurgen Thomas Cronin und Frank Gerow entwickeln zusammen mit der Dow Corning Corporation das erste Silikon-Brustimplantat. 1962 Die erste Brustvergrößerung wird mit dem Cronin-Gerow-Implantat an Timmie Jean Lindsey durchgeführt. Bei den ersten Silikon-Brustimplantaten, die in den USA entwickelt wurden, war jedoch nichts problemlos. Hämatome, bei denen sich Blut in einer Schwellung sammelte , stellten eine frühe Schwierigkeit dar. Es gab auch Fälle von Infektionen und „fibrosen Kapselkontraktionen“, bei denen sich eine Narbe bildete, die das Implantat verhärtete . 1965 erhielt das Dow Corning Center to Aid Medical Research von der FDA die Erlaubnis, Studien mit flüssigem Silikon an Tieren und Menschen durchzuführen. US-Ärzte führten ohne ihr Wissen und ihre Erlaubnis Experimente an einer unbekannten Anzahl von Frauen durch, und ihre Aufzeichnungen wurden der FDA nie vorgelegt. Beunruhigt über die daraus resultierenden Infektionen, Missbildungen und in einigen Fällen sogar Todesfälle durch wanderndes Silikon, verboten die US-Behörden diese Praxis 1965 und entzogen Dow die Lizenz , Experimente an Frauen durchzuführen. 1967 Ein Artikel aus dem Jahr 1967 im Journal of Plastic and Reconstructive Surgery, dessen Hauptautor Dr. Franklin Ashley war, beschreibt, was geschah, als flüssiges Silikon in die Brüste von Affen injiziert wurde: Bei 13 der Tiere verursachten die Silikoninjektionen eine „ausgeprägte fibröse Reaktion“ und eine „Zerstörung der lokalen Anatomie“. Im selben Artikel sagt Ashley, dass „einer ausgewählten Gruppe von Frauen“ wiederholt 5 bis 10 Milliliter Flüssigsilikon in die Brüste injiziert wurden. „Tausende“ dieser Frauen „fingen an zu schreien“ , erinnert sich unter anderem Dr. Edward Kopf, Assistenzprofessor für plastische Chirurgie an der medizinischen Fakultät der University of Nevada. Dr. Norman Anderson, ein Chirurg am Johns Hopkins Hospital und Vorsitzender des Brustimplantat-Beratungsgremiums der FDA, entdeckte, dass die Ergebnisse der experimentellen Silikoninjektionen , die schätzungsweise 20.000 bis 40.000 Frauen verabreicht wurden, nie veröffentlicht oder der FDA gemeldet wurden . 1969 erlaubte die FDA Dow jedoch erneut , Flüssigsilikon zu testen – vorausgesetzt, es wurde nicht direkt in die Brüste der Frauen injiziert. Daher begannen plastische Chirurgen, Frauen stattdessen Silikon direkt ins Gesicht zu injizieren . Dow begann daraufhin seine erste große Studie über Silikoninjektionen bei Weichteildefekten, darunter Gesichtsfalten und Narben, bei 1.337 Patienten, wie Andersons Forschung zeigt. Dow gab der FDA jedoch nie Daten zu vielen dieser Patienten weiter. 1975 Dr. Edward Kopf, Assistenzprofessor für plastische Chirurgie an der medizinischen Fakultät der University of Nevada, konnte 1975 die Gesetzgeber in Nevada davon überzeugen, injizierbares Silikon zu verbieten. Colorado und Kalifornien folgten schnell diesem Beispiel. Dow verfolgte jedoch weiterhin die Entwicklung von Silikongelimplantaten. 1976 Als der US-Kongress 1976 die FDA schließlich ermächtigte, Medizinprodukte zu regulieren, wurden diese Brustimplantate von der Regulierung und Aufsicht der FDA ausgenommen , da sie bereits auf dem Markt waren. Im selben Jahr verließ Thomas Talcott, ein Chemieingenieur von Dow, das Unternehmen. Er hatte nach eigenen Angaben 13 Monate lang versucht, Dow davon zu überzeugen, kein flüssiges Silikon für seine gelgefüllten Implantate zu verwenden. Talcott sagte: „Ich konnte keinen Unterschied erkennen“ zwischen dem Silikon, das Dow dem Gel beifügte , und der flüssigen Form , die die FDA 1969 verboten hatte 1978 erteilte die FDA Dow die Genehmigung für eine Studie mit injizierbarem Silikon zur Behandlung schwerer Gesichtsdeformationen, vorausgesetzt, das Unternehmen führte eine siebenjährige Nachuntersuchung durch. 1990 reichte Dow seine Ergebnisse bei der FDA ein – doch diese waren Berichten zufolge gravierend fehlerhaft . Ein Drittel der 128 injizierten Personen wies laut Mitarbeitern nicht einmal die im Studiendesign vorgesehenen Gesichtsdeformationen auf. Dow reichte außerdem von vielen Patienten Vorher-Bilder ein, jedoch keine Nachher-Bilder. Und die Hälfte der Patienten wurde nur vier Jahre lang beobachtet. Zwei erlitten schwere Hautschädigungen. Nekrose nach Mastektomie 1990 arbeitete eine Ermittlerin im US-Repräsentantenhaus, als sie eine Senatsmitarbeiterin anrief. Diese erzählte ihr, dass ihre Mutter nach einer Mastektomie Brustimplantate bekommen hatte, was zu schlimmen Problemen geführt hatte, darunter Silikonaustritt aus ihren Brustwarzen . Die Mutter der Senatsmitarbeiterin war zwar vom Krebs geheilt, aber die Implantate hatten ihr eine schwere Zeit beschert. Die Ermittlerin im US-Repräsentantenhaus war sich sicher, dass die FDA sehr strenge Vorschriften für Sicherheitstests hatte, versprach aber, der Sache nachzugehen. Geschockt stellte sie fest, dass sie falsch lag: Die FDA hatte nie klinische Studien für Brustimplantate verlangt. Sie hielten eine Anhörung im Kongress ab, setzten Untersuchungen fort und bald waren ihr Büro – und die Medien – voll von Horrorgeschichten über Frauen, deren Gesundheit durch Brustimplantate ruiniert worden war. 1992 Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA verbietet Silikonimplantate für kosmetische Eingriffe in Folge von Beschwerden, dass Implantate rupturieren , und aufgrund von Bedenken, dass sie zu gesundheitlichen Problemen führen könnten. 2006 Nach Jahrzehnten medizinischer Experimente am weiblichen Körper wurden Silikon-Brustimplantate 2006 von der FDA zugelassen. Diese Entscheidung fiel 14 Jahre, nachdem die FDA 1992 ein Moratorium verhängt hatte. Die Entscheidung war eine Reaktion auf Tausende von Frauen, die sich darüber beschwert hatten, dass Silikon aus undichten oder geplatzten Implantaten sie schwer geschädigt hatte – und über vier Jahrzehnte, nachdem die Chemikalie in den USA erstmals für diesen kosmetischen Zweck eingeführt wurde. Die Zulassung wurde vom FDA-Direktor der Abteilung für Medizinprodukte, Daniel Schultz, erteilt, der 2009 im Zuge von Kontroversen zurücktrat . Ihm wurde finanzielle Korruption vorgeworfen – er habe sich entgegen wissenschaftlicher Empfehlungen auf die Seite der Zulieferer gestellt. PIP Implantate 2010 PIP-Brustimplantate werden in Europa verboten. In den letzten Jahren wurden Silikon-Brustimplantate mit einer neuen Form von Brustkrebs und Sammelklagen in Verbindung gebracht. 2012 brach ein Skandal aus, nachdem ein Bericht der britischen Regierung feststellte, dass Brustimplantate der Firma Poly Implant Prothèse (PIP) doppelt so häufig rissen wie andere Implantate. Zudem stellte sich heraus, dass sie aus dem Silikon hergestellt waren, das auch in Matratzen verwendet wird. Schätzungsweise waren weltweit über 400.000 Frauen betroffen, darunter fast 50.000 Britinnen. Lateinamerika war am stärksten betroffen, insbesondere Kolumbien, wo die Zahl der Opfer auf schätzungsweise 60.000 geschätzt wird. Frauen beschrieben mysteriöse Schmerzen und Beschwerden, begleitet von extremer Erschöpfung. Einige Frauen berichteten von starken Kopfschmerzen und Nasenbluten . Wieder andere berichteten, vor Erschöpfung zusammengebrochen zu sein. In diesem Jahr urteilte ein Pariser Berufungsgericht, der deutsche TÜV Rheinland, der die Sicherheit der Implantate zertifiziert hatte, habe fahrlässig gehandelt. Der TÜV Rheinland wurde dazu verurteilt, 20.000 Opfern aus Europa 60 Millionen Euro wegen ärztlicher Fahrlässigkeit zu zahlen. Diese Entschädigung beträgt jedoch nur 3.000 Euro pro Person und deckt nicht einmal die Kosten der ersten Operation, geschweige denn die anfallenden Krankheitskosten. Am 14. Mai 2020 verschickte die US-amerikanische FDA ein Warnschreiben an zwei Hersteller von Brustimplantaten – Allergan aus Kalifornien und Ideal Implant Incorporated aus Texas –, weil diese die Anforderungen nicht erfüllt hatten, die die Durchführung von Studien zur Ermittlung der potenziellen Risiken und der Sicherheit der 2019 zurückgerufenen Implantate vorsahen. Die FDA gab an, dass sie diese Aufforderung gestellt habe, „um Frauen vor Brustimplantat-assoziiertem anaplastischem großzelligem Lymphom (BIA-ALCL) zu schützen“. Im Oktober verhängte die US-amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA Warnhinweise auf den Verpackungen von Brustimplantaten und forderte die Hersteller auf, die Implantate nur an medizinisches Fachpersonal zu verkaufen. Brustimplantate werden mit Krebserkrankungen des Immunsystems und einer Reihe anderer chronischer Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter Autoimmunerkrankungen, Gelenkschmerzen, geistige Verwirrung, Muskelschmerzen und chronische Müdigkeit. 2017 Eine 2017 veröffentlichte Studie identifiziert Silikoninjektionen als Katalysator für Nierenversagen und beschreibt den Fall einer 31-jährigen Frau, die nach 6 Jahren Silikoninjektionen ein Nierenversagen entwickelte: „Silikon, das einst aufgrund seiner thermischen Stabilität als sicher für die kosmetische Anwendung galt, wird heute als Katalysator für Endorgantoxizität und Multiorganversagen beschrieben.“ 2019 „Vor einem Jahrzehnt stellte die FDA erstmals einen möglichen Zusammenhang zwischen Brustimplantaten mit strukturierter Oberfläche und einer bestimmten Krebsart , dem anaplastischen großzelligen Lymphom, fest. Anfang 2019, nachdem die Agentur im Laufe der Jahre Hunderttausende von Berichten über unerwünschte Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Implantaten erhalten hatte, hörte sie die Aussagen von Dutzenden von Frauen über ihren Kampf gegen Krebs und eine Reihe anderer medizinischer Probleme, die nach der Implantatoperation auftraten und die oft als Brustimplantatkrankheit (BII) bezeichnet werden.“ Die neuen FDA-Richtlinien stufen Frauen mit Brustkrebs als besonders gefährdet für Implantatkrebs ein – genau dieser Gruppe von Frauen werden Implantate aber häufig aus rekonstruktiven Gründen angeboten. Die FDA verlangt zudem erstmals die vollständige Offenlegung der Inhaltsstoffe von Brustimplantaten . Ein Drittel der Frauen, die sich einer Brustimplantatoperation unterziehen, leiden laut FDA unter Brustschmerzen, Empfindlichkeit bzw. Empfindlichkeitsverlust in der Brust oder Asymmetrie . Bei der Hälfte der Patienten kommt es zu einer schmerzhaften Verengung des Narbengewebes um das Implantat herum, bei einem Drittel reißen die Implantate oder werden undicht . Bei fast 60 Prozent ist eine erneute Operation erforderlich. „Es ist besser als nichts, aber nicht so gut, wie es sein könnte“, sagte Diana Zuckerman, eine Wissenschaftlerin, die das National Center for Health Research leitet und Mitglied der Arbeitsgruppe war, die die FDA in Sachen Implantatsicherheit beriet. „Sie sagen Dinge wie: ‚Brustimplantate werden mit Lymphomen in Verbindung gebracht‘, aber Lymphome werden tatsächlich durch die Implantate verursacht“, sagte Dr. Zuckerman der New York Times. Es gibt leider keineswegs eine umfassende Untersuchung der langen Geschichte des medizinischen Missbrauchs und der Experimente an Frauen durch das männerdominierte medizinische Establishment, die Schönheitschirurgie, Medien und der Sexualisierung der Frau als solche. Eine solche Analyse wäre aber mit dem aktuellen Wissen und den zur Verfügung stehenden Studien mehr als verdient. Denn auch wenn wir schon einen weiten Schritt zur Gleichberechtigung und Desexualisierung des weiblichen Körpers gegangen sind, gibt es immer noch eine mindestens eben so starke Rückbewegung ( Tradwife) oder den Verfall in extreme Schönheitsideale, über die sich vor allem Frauen untereinander immer noch identifizieren. Auch wir als Verein lenken die Aufmerksamkeit immer wieder auf die Geschichte der Brustimplantate: Diese Informationen wurden und werden vor dem öffentlichen Bewusstsein verborgen, tabuisiert und Betroffene werden vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung denunziert. Brustimplantate werden weiterhin an Frauen vermarktet und erfreuen sich aufgrund der zunehmenden Präsenz von "Beauty-Influencern", extremer Schönheitsideale in den sozialen Medien und der Zunahme sogenannter „geschlechtsangleichender“ Schönheitsoperationen neuer Beliebtheit. Schönheitsoperationen dienen nicht der Heilung der Betroffen - die Heilung muss in der Seele stattfinden. Quellen : Frauenstimmen The Guardian Silicone Survivors: Women's Experiences with Breast Implants © Véronique Schreiter
- Tests?
Worauf kann man getestet werden? Wo und wie werden diese Tests durchgeführt? Wann sind sie sinnvoll? Wofür könnte ich diese Tests gegebenenfalls gebrauchen und was sagen diese überhaupt aus?
- Silicone Bleeding
Was ist Silicone Bleeding/ Gelbluten? Silicone Bleeding ist kein Implantatdefekt, dieser Prozess tritt sofort ab Einsetzen des Implantats in Ihren Körper ein. Als Silicone Bleeding, also Gelbluten, versteht man kleinste Partikel des Silikongels , die aus den Brustimplantaten diffundieren. Zunächst sammeln sich diese Silikon-Nanopartikel zwischen Implantat und der vom Körper gebildeten Kapsel. Aus Untersuchungen von Kapseln, aber auch Lymphknoten, die trotz intakter Implantate Silikonpartikel enthalten, weiß man, dass diese Nanopartikel weiter durch die Kapsel in den Körper diffundieren. Bei ALLEN Implantaten (s. Studie von Dr. Henry Dijkmann aus September 2021). So gelangen sämtliche chemische und toxische Inhaltsstoffe, wie z.B. auch Schwermetalle, aus Brustimplantaten in unseren Körper. Das Bleeding verändert außerdem die Konsistenz der Implantate und hat einen Einfluss auf die Kapselbildung oder auch die Bildung einer Kapselfibrose, also eine Verhärtung der Kapsel. Bei explantierten Implantaten kann man durch Wiegen in etwa abschätzen, wie viel Silikon ausgetreten ist, wobei vermutlich auch körpereigene Stoffe zeitgleich in die Implantate abgegeben werden, so dass dies eine vage Bestimmungsmethode bleibt. Ausgetretenes Silikon lässt sich kaum aus dem Körper entfernen, allenfalls vielleicht durch eine Inuspherese (Blutwäsche), eine sehr teure Methode. Informationen zu Langzeiterfolgen nach Brustimplantaten liegen uns leider nicht vor. Um zumindest alles an durch Bleeding ausgetretenes Silikon zwischen Implantat und Kapsel zu entfernen, sollte eine Explantation ( neben weiteren Gründen ) u.E. idealerweise en bloc durchgeführt werden. Bitte lesen Sie hierzu unseren entsprechenden Blogtext. Silicone Bleeding passiert bei JEDEM Brustimplantat und gehört mit ins Aufklärungsgespräch! Polytech Implantate: links sieht man ein Implantat mit starkem silicone bleeding, rechts sieht man im Vergleich dazu mit bloßem Auge nichts. Die linke Brust der Patientin war um das doppelte vergrößert, da das austretende Silikon zur Serombildung geführt hat. Links: Unser Podcast mit Dr. Henry Dijkman zum Thema Gelbluten und Silikontoxizität (Original auf Englisch / in unserem Podcastkanal ist ebenfalls eine deutsche Übersetzung zu finden) Dr. Henry Dijkman forscht schon seit Jahren über die Gefahren von Silikonimplantaten Bitte lesen Sie hierzu auch unseren Blogtext zum Thema Blutwäsche . © Birgit Schäfers
- Redons / Drainagen
Redons, Drainagen, Wunddrainagen. Wofür sind sie gut und wie werden sie eingesetzt?
- Wundheilungsstörungen
Wie heilt eine Wunde optimal und wann liegt eine Störung der Wundheilung vor?
- MRT, Mammographie, Sonographie
Informationen über bildgebende Diagnostik! Welche Verfahren gibt es, wofür sind sie geeignet und was ist sinnvoll?
- Muskeln, Wirbelsäule, Nerven
Wie wirken sich Brustimplantate auf Muskeln, Wirbelsäule und auch Nerven aus? Was verändert sich in unserem Bewegungsapparat?
- Thoracic-outlet-Syndrom (TOS)
Das Schultergürtel-Kompressionssyndrom (TOS) im Zusammenhang mit Brustimplantaten.












